Ein wenig Astronomie und Astrologie

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Tagundnachtgleichen.

Für uns Erdbewohner gibt es vier grundlegende astronomische Ereignisse – die Sonnenwenden (Sommer- und Wintersonnenwende) und die Tagundnachtgleichen (Frühlings- und Herbst-Tagundnachtgleiche). Diese Ereignisse finden gleichzeitig auf der ganzen Erde statt, an jedem ihrer Orte und in jeder Region. Die genaue Zeit ist natürlich für jeden Ort unterschiedlich.

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Während der Tagundnachtgleichen (am 20.–21. März oder am 22.–23. September) sind Tag und Nacht fast genau gleich lang (aber nicht an den Polen! Dort herrscht immer entweder ein halbes Jahr lang Tag oder ein halbes Jahr lang Nacht). Im Grunde stellt sich dieses ungefähre Gleichgewicht von Tag und Nacht bereits eine Woche vor und noch eine Woche nach der Tagundnachtgleiche ein; der Unterschied beträgt nur Sekunden oder Minuten.

Die Sonne geht genau im Osten auf und genau im Westen unter. So kann man genau bestimmen, wo Osten (bei Sonnenaufgang) und Westen (bei Sonnenuntergang) liegen. Wenn man vom Fenster oder Balkon aus den Horizont sehen kann, ist es ganz einfach, diese Momente festzuhalten und sie sich anhand anderer sichtbarer Orientierungspunkte (Berge, Gebäude usw.) zu merken. In der Antike nutzten die Menschen den Himmel sowohl als Uhr als auch als Kalender.

Morgen, am 22. September, findet bei uns die Herbst-Tagundnachtgleiche statt – um 22:21 Uhr Moskauer Zeit (oder um 19:21 Uhr UTC). In Michigan fällt dieser Zeitpunkt beispielsweise auf 15:21 Uhr Ortszeit. In Nowosibirsk ist es sogar schon die Nacht zum 23. September, um 2:21 Uhr.

In diesem Jahr geht der Herbst-Tagundnachtgleiche ein Vollmond voraus – am 21. September um 2:53 Uhr nachts Moskauer Zeit.
Astrologen sind der Ansicht, dass der 22. September 2021 die Zeit der Fische in Konjunktion mit Neptun ist. Diese Phase soll den „Nebel“ auflösen, Illusionen, Täuschungen und Irrtümer in Angelegenheiten und Beziehungen aufdecken und dabei helfen, die Realität so anzunehmen, wie sie ist. Bei Vollmond im Zeichen Fische dominieren im emotionalen Zustand Passivität und Rückgratlosigkeit, das Nachgeben gegenüber Schwächen, Untreue und Unbeständigkeit. Kränkungen werden leichter verziehen als an anderen Tagen.

Mit der Tagundnachtgleiche treten wir in das „dunkle“ Viertel des Jahres ein, in dem die Dauer der Nacht zunimmt und die Dauer des lichten Tages übersteigt. Im Jahreszyklus unseres Lebens bedeutet dies eine Zeit des Sich-nach-innen-Wendens, der Neubewertung unserer selbst und unserer Ausrichtung.

Astrologen betrachten die Herbst-Tagundnachtgleiche außerdem als eine Art neuen Ausgangspunkt. Deshalb empfehlen sie, wichtige Angelegenheiten bis zu diesem Tag abzuschließen, sich von allem Überflüssigen zu trennen und Pläne für die Zukunft zu erstellen.

Am Tag der Tagundnachtgleiche ist es üblich, der Vorfahren zu gedenken. Auch bei uns wird es eine Puja geben.

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Größenvergleich von Asteroiden.

Asteroiden sind vergleichsweise kleine Körper im Sonnensystem, die sich zwischen den Umlaufbahnen von Mars und Jupiter bewegen.
Tausende Asteroiden sind bekannt und werden verfolgt. Besonders beobachten Astronomen potenziell gefährliche Asteroiden, die sich der Erde nähern.

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Die Größe von Asteroiden reicht von einigen Metern bis zu Hunderten von Kilometern. Der größte von ihnen, Ceres, gilt seit 2006 als Zwergplanet.

 
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Vrat-Katha.

Vrat (व्रत) bedeutet aus dem Sanskrit übersetzt ein Ritual oder ein Gelübde. Katha (कथा) ist eine Geschichte, ein vedisches Märchen. Das regelmäßige Hören oder Lesen einer Vrat-Katha über einen bestimmten Zeitraum harmonisiert den feinstofflichen Körper mit den Energien der Planeten und schützt vor deren negativem Einfluss.

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Heute ist Samstag, der Tag Saturns.
(Auf der Nachrichtenseite der Your-Yoga-Website gibt es einen Link zu den astrologischen Informationen für die Wochentage)

Ich gebe aus Robert Svobodas Buch „Die Größe Saturns“ die bekannte Katha über Shani, den Herrscher des Planeten Saturn, wieder. Diese Katha ist etwas lang, deshalb werde ich sie samstags in einzelnen Teilen veröffentlichen.

Vrat-Katha für Saturn über König Vikrama
König Vikrama bespricht mit seinen Höflingen, welcher der Neun Planeten der wichtigste sei. Nun ist der Zeitpunkt gekommen, an dem König Vikrama seine Entscheidung verkünden muss. Der gesamte Hof – Weise ebenso wie bloß Neugierige – richtete den Blick auf seinen Herrscher, bereit, den Nektar seiner Überlegungen zu kosten, wie Sonnenblumen, die der Sonne folgen, um die Süße ihrer Strahlen voll und ganz zu genießen. Immer wieder ging der König im Geiste alles Gehörte durch: Abstammungslinien und ungewöhnliche Fähigkeiten, Beispiele für Tapferkeit und Edelmut. Doch stets kehrten seine Gedanken zu Saturn und dessen unglaublicher Grausamkeit zurück. Allmählich erfüllte eine unaussprechliche Trauer das Herz des Königs, und es versank in undurchdringliche Dunkelheit. Da kamen plötzlich folgende Worte über seine Lippen:
– Besser, überhaupt keinen Sohn zu haben, als einen wie Saturn, dessen Blick in seinem Hass so furchtbar ist! Und wenn der Herrscher Saturn nicht einmal seinen eigenen Vater verschont hat, wen sollte er dann verschonen? Antwortet mir, ihr Weisen!

Und es geschah – denn es war vom Schicksal vorherbestimmt –, dass genau in diesem Augenblick der Herrscher Saturn hoch am Himmel auf seinem Luftwagen über ihnen dahinzog. Die Worte des Königs drangen an sein Ohr, und sogleich stieg Saturn zur Erde herab und betrat den Palast. Beim Anblick dieses großen, ausgemergelten, hinkenden Gottes – der verkörperten Unerbittlichkeit und Unnachgiebigkeit – verloren sowohl der König als auch alle Höflinge vor Staunen und Entsetzen die Sprache. Wie hölzerne Stäbe fielen sie nieder und lagen reglos auf dem Boden.

Es gibt im Leben Augenblicke, in denen ein Mensch plötzlich begreift, dass ihm gerade ein unpassendes Wort über die Lippen geglitten ist. Und sein einziger Wunsch in einem solchen Moment ist, dieses Wort zurückzunehmen. Doch ein einmal ausgesprochenes Wort lässt sich nicht zurücknehmen, und eine unbedachte Handlung kann bis ans Ende unseres Lebens einen Schatten auf all unsere Taten werfen. Ein solcher Augenblick war für König Vikrama gekommen. Sein Herz sank ihm in die Knie; der König schmeckte Staub und Asche im Mund, obwohl sein Gesicht weiterhin Mut zeigte. Mit tiefster Ehrfurcht fiel König Vikrama zu Saturns Füßen nieder, ließ ihn auf seinem eigenen Thron Platz nehmen, erwies dieser Verkörperung des Unausweichlichen alle erdenklichen Ehren, sprach Gebete zu ihm und vollzog ihm zu Ehren Rituale. Und während er all dies tat, wusste er, dass sein Schicksal bereits besiegelt war.

Als der König alle Rituale beendet hatte, sprach der dunkelgesichtige Saturn zu ihm – und seine Stimme klang nach Ruhe und der Kälte der Wirklichkeit:
– O Vikramaditya! Du hast mich vor den Augen der gesamten Versammlung beleidigt, ohne auch nur zu ahnen, wie weit meine Macht reicht. Weißt du, dass Indra und alle anderen Götter vor mir zittern? Weißt du, dass ich jeden vernichte, der meinen Zorn erregt? Doch eines hast du noch nicht verstanden: Von dem, den ich vernichte, bleibt nicht einmal eine Spur zurück, und selbst sein Name wird aus dem Gedächtnis der Menschen getilgt! Als ich gerade über dieser Versammlung dahinflog, spürte ich, dass du deine Abscheu vor mir zum Ausdruck gebracht hast. Wisse also, dass ich jetzt in das Sternbild Jungfrau eintrete, das in deinem Horoskop das zwölfte Haus einnimmt. Das bedeutet, dass du siebeneinhalb Jahre lang keine andere Wahl haben wirst, als zu erfahren, wie ich wirklich bin. Dein Verstand ist jetzt weit von der Wahrheit entfernt, doch schon bald wirst du meine Macht kennenlernen. Und ich werde dir den Hochmut austreiben – merk dir meine Worte!

Du ahnst noch nicht, wie groß meine Tapferkeit ist. Der Mond verweilt in den Tierkreiszeichen nur zweieinviertel Tage, Merkur und Venus jeweils einen Monat, Mars anderthalb. Jupiter bleibt zwölf Monate, Rahu und Ketu achtzehn Monate. Ich hingegen bleibe volle dreißig Monate in jedem Zeichen und füge selbst den großen Göttern viel und lang anhaltendes Leid zu. Höre meine Worte, o König! Als ich Ramachandra, die Verkörperung des Herrn selbst, ereilte, verlor er alles, was er besaß, und wurde in den Wald verbannt. Als ich meine Macht gegen Ravana richtete, sammelten Shri Ramachandra und Lakshman ein Heer, fielen in Lanka ein, töteten Ravana und vernichteten seine gesamte Familie. Deshalb, o König Vikramaditya, bereite dich auf Unglück vor!
Nachdem Saturn seine Rede beendet hatte, erhob er sich ebenso schnell, wie der König vor ihm niedergefallen war. Der König klammerte sich an Saturns schwarze Füße und rief verzweifelt:
– O Herrscher Saturn! Verzeih mir diese Beleidigung, ich flehe dich an! Habe Mitleid mit dem Unglücklichen!
Doch Saturn antwortete:
– Wenn ich dir mein Mitgefühl zeige, wirst du meine ganze Macht niemals kennenlernen. Wenigstens einmal musst du sie erfahren, sonst werden Hochmut und Dreistigkeit dich niemals verlassen.
Mit diesen Worten bestieg Saturn seinen Wagen und eilte in sein Reich. Vor Scham brennend und voller Reue über seinen schrecklichen Fehler verließ König Vikrama in großer Hast den Hof. Er stürzte in den Tempel und begann verwirrt, Gebete zu sprechen und Rituale zu vollziehen.
Doch dann sagte er sich:
– Ich habe Saturn beleidigt, einen mächtigen und grausamen Planeten.

Nun werde ich die Früchte meiner Tat ernten müssen. Mein eigenes Karma hat mich auf diesen Weg gestoßen. Wusste etwa der Mond, als er die Frau Jupiters entführte, dass er unter dem Fluch Dakshas würde leiden müssen? Und wusste Daksha, dass dieser Fluch ihn seinen Kopf kosten würde?
Doch selbst diejenigen, die verstehen, welche Folgen ihre Handlungen haben werden, sind von deren Konsequenzen nicht frei. Musste nicht der gesegnete Vishnu Bali anflehen, ihm das Universum zurückzugeben, nachdem er eben diesen Bali und die Asuras betrogen und ihnen durch eine List den Amrita entrissen hatte, den sie gemeinsam mit den Göttern aufrichtig durch das Aufwühlen des Ozeans gewonnen hatten! Man muss alles annehmen, was geschieht. Man kann nicht ändern, was vorherbestimmt ist. Warum also bedauern?

Nachdem er sich dies gesagt hatte, aß er zu Abend, legte sich nieder und versank in tiefen Schlaf. Am nächsten Morgen erschien er wieder vor seinem Hof und widmete sich den üblichen Staatsgeschäften. Er wirkte ruhig wie gewöhnlich, doch seine Seele wurde von quälender Unruhe zerfressen. Tag und Nacht fragte er sich, welche Unglücke Saturn für ihn bereithielt. So verging ein Monat.

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Die Venus in diesen Tagen.

Die Venus ist der hellste Planet, der von der Erde aus sichtbar ist. Als Himmelsobjekt sind nur die Sonne und der Mond heller als die Venus. Schauen Sie nach Sonnenuntergang nach Westen – sie leuchtet hell links vom Sonnenuntergangspunkt. Das gilt für die Nordhalbkugel; auf der Südhalbkugel befindet sie sich direkt über dem Sonnenuntergangspunkt. Man kann sie sogar noch am hellen Himmel sehr gut sehen. Und sobald es dunkel wird, ist sie einfach blendend hell!
Am 29. Oktober wird die Venus ihren höchsten Punkt über dem Horizont erreichen. Danach wird sie von Tag zu Tag immer näher am Horizont zu sehen sein. Gleichzeitig nimmt ihre Helligkeit zu und erreicht Anfang Dezember ihr Maximum; bis zum Jahresende wird die Venus jedoch sehr hell bleiben. Aufgrund ihrer Nähe zum Horizont kann ihr Leuchten möglicherweise etwas unheimlich wirken. Und angeblich wird um diese Zeit auch die Zahl der UFO-Sichtungen zunehmen!

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Vrata-Katha für Saturn über König Vikrama
(Fortsetzung; Anfang weiter oben)

Bald nachdem Saturn, der grausamste aller Planeten, in das Zeichen Jungfrau eingetreten war, das sich im zwölften Haus des Mondhoroskops von König Vikramaditya befand, erschien am Hof dieses irdischen Herrschers ein äußerst gelehrter und allwissender Astrologe.

„O großer König!“, sprach er. „In das zwölfte Haus deines Mondhoroskops ist der besonders strenge und grausame Planet Saturn eingetreten, und unter seinem Einfluss hat in deinem Leben eine Zeit des Kummers und Leidens begonnen, die siebeneinhalb Jahre dauern wird. Du hast in gewöhnlichen Worten über Saturn gesprochen, doch nicht ohne Grund trägt er in allen drei Welten den Namen Mahakrura – der Grausamste. Nun ist die Zeit gekommen, Zeremonien zu vollziehen und Almosen zu geben. Man soll für dich Mantras rezitieren, um Saturn zufriedenzustellen und zu besänftigen und dich von den Früchten seines Zorns zu befreien.

Wähle daher einen gelehrten und frommen Brahmanen, und lass ihn in deinem Namen dreiundzwanzigtausend Mal das Saturn-Mantra rezitieren. Nach der Rezitation des Mantras bringe fünftausendsiebenhundert Opfergaben dar und übergib sie dem Opferfeuer. Schenke außerdem irgendeinem Brahmanen schwarze Erbsen, schwarze Kleidung, Eisen und Öl und speise die Brahmanen aus deinen eigenen Mitteln. Wenn die Mantras rezitiert werden, wenn du mehrere Brahmanen speist und jene, die für dich Rituale zu Ehren Saturns vollziehen, wie den Herrn Saturn selbst verehrst, wird Saturns Herz milde werden. Wenn du ihm durch deinen Dienst gefällst, wird er dich bis zum Ende dieser siebeneinhalb Jahre wie seinen eigenen Sohn beschützen.

König Vikramaditya antwortete:
„Natürlich werde ich versuchen, Saturn zu besänftigen, großzügige Almosen geben und alle vorgeschriebenen Zeremonien vollziehen. Doch wird er sich damit zufriedengeben? Wenn er schon bei seiner Geburt seinem Vater und seiner Mutter Unglück gebracht hat, was Gutes kann er dann anderen tun? Was dem Menschen vorherbestimmt ist, wird zweifellos über ihn kommen, und davor gibt es keine Rettung. Deshalb bitte ich dich: Kehre nach Hause zurück.“ Und der König verabschiedete sich von dem Pandit und wünschte ihm eine gute Reise.

Kurz darauf erschien Saturn selbst in Ujjain in Gestalt eines reichen Pferdehändlers. O ihr Zuhörer! Lauscht dem Erzähler aufmerksam! Viele Reiche kamen zu diesem Händler, um Pferde zu kaufen. Die Nachricht von ihm gelangte auch zu König Vikrama, und der König sandte seinen Stallmeister, um die besten Pferde für die königlichen Stallungen zu kaufen. Dem königlichen Befehl gehorchend, kam der Stallmeister zum Händler und wählte die edelsten Rennpferde aus. Als er jedoch den Preis hörte, war er bestürzt und eilte, ihn dem König zu melden. Der erschütterte König machte sich selbst auf, um die Pferde anzusehen. Da begann Saturn in Gestalt des Händlers, dem König ein Pferd nach dem anderen vorzuführen, während der König sie sorgfältig musterte. Als der König den Händler nach dem Preis fragte, antwortete dieser:
„O mein Herrscher! Ich werde den Preis nennen – aber erst, nachdem du eines dieser Hengste geritten hast und entschieden hast, dass es dir gefällt.“

Der König wählte ein Pferd namens Sarang und befahl dem Reiter mit der Peitsche, es zu satteln. Sie begaben sich zu den nahe gelegenen Wiesen und erprobten das Rennpferd. Dabei stellte sich heraus, dass das Pferd dem Reiter in allem gehorchte. Der König war zufrieden. Doch nun führte der Händler ein weiteres Pferd heraus, das Ahlakh hieß, und sagte zum König:
„Der Preis für dieses Pferd beträgt hunderttausend Silberrupien. Ich weiß, dass noch nie jemand einen solchen Preis für ein Pferd verlangt hat. Aber wenn du selbst auch nur ein wenig darauf reitest, wirst du sehen, wozu es fähig ist, seine Vorzüge und seinen Gang schätzen lernen. Dann kannst du selbst beurteilen, ob ich wirklich so viel verlange.“

Von den Worten überzeugt, setzte sich der König auf das Pferd und ritt im leichten Galopp über die Wiese. Nach kurzer Zeit sagte er zu sich selbst: „Dieses Pferd ist tatsächlich sehr lebhaft und schnell.“

Kaum hatte der König diese Worte ausgesprochen, schnellte Ahlakh in einem unglaublichen Sprung zum Himmel empor und sprang erneut, sobald seine Hufe den Boden berührt hatten. So raste es mit wahrhaft schwindelerregender Geschwindigkeit dahin und flog mit jedem Sprung weiter. Der König musste sich festhalten, um nicht sein Leben zu verlieren. Schließlich befanden sie sich mitten in einem dichten Dschungel, und hier, am Ufer eines Flusses, zögerte das Pferd einen Augenblick. Der König nahm all seine Kräfte zusammen und sprang zu Boden – und im selben Moment verschwand das wundersame Rennpferd. Auch der Fluss war verschwunden. Als er sich umsah und weder Pferd noch Fluss erblickte, sondern nur undurchdringliches Dickicht, versank der König in grenzenloser Verzweiflung. „Wohin soll ich jetzt gehen?“, fragte er sich traurig. „Und was soll ich nun tun?“

Noch ehe er sich ein weiteres Mal nach allen Seiten umsehen konnte, ging die Sonne unter. Die Dunkelheit hüllte alles um ihn herum so schnell ein, dass bald nicht einmal mehr der Pfad in diesem düsteren Wald zu erkennen war. Dem König blieb nichts anderes übrig, als die Nacht unter einem Baum zu verbringen. Als am nächsten Tag die Morgendämmerung anbrach, fand er einen Weg und verließ den Wald, gequält von Hunger und Durst. Gleich darauf begegnete ihm ein Hirte mit einer Kuhherde, der dem König zu trinken gab und ihm den geraden Weg zur nächsten Stadt wies. Es war die Stadt Tamalinda, etwa zwanzig Meilen entfernt. Schwer seufzend unter dem Eindruck seiner düsteren Vorahnungen und angesichts des bevorstehenden Schicksals machte sich König Vikrama auf den Weg und schleppte sich müde seinem Schicksal entgegen.

Die Einwohner von Ujjain warteten zunächst geduldig auf die Rückkehr des Königs. Doch der König kam nicht vom Himmel herab, und als die Nacht hereinbrach, versanken alle seine Untertanen in hoffnungslose Verzweiflung. Unermesslicher Kummer erfasste die ganze Stadt, die ihres geliebten Herrschers beraubt war, so wie der Schmerz den ganzen Körper erfasst, wenn eines seiner Glieder getroffen ist.

Am nächsten Morgen kam der Händler zum obersten Ratgeber des Königs und sagte zu ihm:
„Sei so freundlich und bezahle mir das Pferd.“ Der Ratgeber antwortete:
„Wenn der König zurückkehrt, wird er dich bezahlen.“

Und er sandte Krieger in alle Richtungen aus, um nach seinem Herrscher zu suchen, der spurlos verschwunden war. So musste der Ratgeber schließlich tief in die Tasche greifen und hunderttausend Silberrupien für das Pferd bezahlen – genau den Preis, den der Händler dem König genannt hatte. Saturn steckte das Geld ein und verschwand.
(Fortsetzung folgt)​

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Namaste! Sie kennen sich so gut mit Astrologie aus. Könnten Sie mir bitte sagen, welches Ekadashi jetzt ansteht? Beim Mokshada Ekadashi hilft das Fasten nämlich dabei, die in der Hölle gelandeten Vorfahren zu befreien. Ich möchte es ungern verpassen.
 
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Sie kennen sich so gut mit Astrologie aus.
Das stimmt überhaupt nicht – ich interessiere mich lediglich sehr für Astrologie und beschäftige mich ein wenig damit.
Was Ekadashi betrifft, werden in den verschiedenen Systemen sowohl bei den Daten als auch bei den Bezeichnungen leicht voneinander abweichende Angaben gemacht. Auf der Startseite der Website von Your Yoga gibt es einen Link zu einem sehr interessanten Artikel über Ekadashi; dort findet sich auch eine Tabelle mit den Bezeichnungen und Daten. Wenn Sie eine Bezeichnung auswählen, gelangen Sie zu ausführlicheren Informationen.
Ich schaue auch auf dieser Website nach – http://chela.ru . Schauen Sie sie sich ebenfalls an, falls es Sie interessiert.
Ich selbst richte mich jedoch nach dem Programm Jagannatha Hora. Und ich habe für mich schon vor langer Zeit entschieden, dass es am zuverlässigsten ist, keinen einzigen Ekadashi-Tag auszulassen. Heute ist zum Beispiel bei mir Ekadashi.
 
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Wie kann das heute sein, wenn es auf der Your Yoga-Website erst morgen ist? Ich wollte morgen fasten. Könnten Sie nicht beispielsweise im Rahmen der Schule auf dieser Astronomie-Seite die ahnungslosen Schüler über das bevorstehende Ekadashi informieren? Sie sind doch der Mentor. Ich interessiere mich sehr dafür!
 
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2 231812 , die Ekadashi-Daten stimmen in der westlichen und östlichen Astrologie nicht immer überein. Sie stimmen auch nicht mit anderen Kalendern überein, zum Beispiel mit dem Vaishnava-Kalender. Daher gibt es in dieser Frage keine eindeutige Antwort. Der Unterschied entsteht durch die Berechnung des Beginns des Mondtages sowie der Mondmonate.
Das Programm Jagannatha Hora basiert auf Jyotish, deshalb halte ich mich daran. Im OM-Shanti-Ashram gibt Schanti Astrologieunterricht; dort habe ich dieses Programm kennengelernt. Ich schlage vor, einfach irgendein System auszuwählen und sich daran zu halten. Zum Beispiel an die Angaben auf der Your Yoga-Website.
 
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Der veränderliche Stern Algol.

Der Stern Algol im Sternbild Perseus wurde der Dämonenstern genannt. Natürlich wirkt er am Himmel nicht unheimlicher als jeder andere Stern. In der Mythologie wird er jedoch mit einem schrecklichen Monster assoziiert – der Gorgone Medusa, die statt Haaren Schlangen hatte. Der Legende nach war ihr Aussehen so furchterregend, dass jeder, der sie ansah, zu Stein erstarrte.
Der Stern Algol erhielt seinen Namen vom arabischen Wort für den Kopf des Dämons oder wörtlich den Ghul. Auch die Meeresquallen erhielten ihren Namen wegen ihrer Ähnlichkeit mit den sich bewegenden Schlangen-Haaren der legendären Gorgone Medusa aus der griechischen Mythologie.

1635773759837.png „Der Kopf der Medusa“ von Giovanni Lorenzo Bernini.

In der Mythologie des Himmels tötete Perseus – der oft auf Pegasus, dem fliegenden Pferd, dargestellt wird – Medusa. Anschließend nutzte er den Kopf der Medusa zu seinem Vorteil und verwandelte seine Feinde in Stein.

Möglicherweise brachten die Alten die veränderliche Helligkeit von Algol mit dem bösen, zwinkernden Auge der Medusa in Verbindung.
Algol ist ein bekannter veränderlicher Stern, dessen Helligkeit zu- und abnimmt.
Es gibt viele veränderliche Sterne, doch Algol ist dafür bekannt, dass er mit klarer Regelmäßigkeit heller und dunkler wird – innerhalb von zwei Tagen, 20 Stunden und 49 Minuten. Die Helligkeitsschwankungen von Algol sind mit bloßem Auge leicht zu erkennen. In seiner hellsten Phase leuchtet Algol etwa dreimal heller als in seiner schwächsten.
Tatsächlich ist Algol ein Doppelstern, bei dem beide Sterne um ihren gemeinsamen Massenschwerpunkt kreisen und einander abwechselnd bedecken. Von der Erde aus sehen wir die Bahnebene dieses Doppelsterns fast genau von der Seite. Wenn sich daher der lichtschwächere der beiden Sterne vor den helleren schiebt, sehen wir Algol mit minimaler Helligkeit.

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Im Herbst lässt sich am nordöstlichen Himmel leicht das Sternbild Kassiopeia finden, das an den Buchstaben „W“ (oder umgekehrt an ein „M“) erinnert, und darunter das Sternbild Perseus mit dem Stern Algol.

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Der von der Venus geworfene Schatten.

Die Atacamawüste im Norden Chiles ist ein Paradies für Astronomen. Die einzigartige Kombination aus großer Höhe, sauberer Luft und fehlender Lichtverschmutzung macht sie zu einem der besten Orte der Welt für Himmelsbeobachtungen.
In der vergangenen Woche entdeckte der Astronom Daniel Gasparri seinen Schatten im hellen Licht der Venus.

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„Das ist die Jahreszeit, in der die Venus so hell scheint, dass sie schwache Schatten erzeugt“, erklärt Gasparri. „Hier ist der Beweis: ich und mein langer Schatten, der mir in der ersten Hälfte der Nacht jede Nacht folgt.“
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Morgen, am 4. November, ist Neumond (Amavasya). Im Monat Karttika wird das Lichterfest Diwali, gefeiert, das den Triumph des Lichts über die Dunkelheit, des Wissens über die Unwissenheit und des Guten über das Böse symbolisiert.

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Sonnenflecken und Polarlichter.

Auf unserer Sonne (wie auch auf anderen Sternen) erscheinen zyklisch sogenannte „dunkle Flecken“ mit einer niedrigeren Temperatur als in den umliegenden Bereichen. Durch diese Flecken treten starke Magnetfelder aus dem Inneren der Sonne in ihre Photosphäre und bis zur Sonnenkorona aus.
Das sichtbare Ergebnis dieses Prozesses ist eine Sonneneruption und der koronale Ausstoß geladener Teilchen in den Weltraum. Die Strahlung erreicht die Erde, verursacht starke Störungen ihres Magnetfelds, beeinträchtigt den Betrieb von Satelliten und wirkt sich sogar auf Objekte auf der Erde aus. Aufgrund der Störungen des Erdmagnetfelds steigt die Wahrscheinlichkeit, dass Polarlichter auch in niedrigen geografischen Breiten auftreten. .

Am 2. November kam es infolge zweier koronaler Auswürfe in Richtung Erde zu zahlreichen Polarlichtern, die sogar bis zur geografischen Breite von Moskau sichtbar waren.

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Am Abend des 4. November, 100 km von Omsk entfernt.

Dieses Video wurde am Morgen des 4. November am Himmel über Tschukotka aufgenommen.



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Wisconsin, ebenfalls am 4. November.

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Kalifornien, 4. November.

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Tromsø, Norwegen, 3. November.

Sonnenflecken sind die aktivsten Bereiche auf der Sonne. Es sind mehrere Zyklen der Sonnenaktivität bekannt, der bekannteste ist der 11-jährige Zyklus. Das heißt, dass die Anzahl der Flecken im Laufe von (durchschnittlich) 11 Jahren zunimmt und anschließend wieder abnimmt.

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Die Sonnenscheibe am 4. Dezember 2019 ohne einen einzigen Fleck, ein Aktivitätsminimum.

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2. November 2021.

Derzeit läuft der 25. Zyklus (gerechnet ab Beginn der systematischen Beobachtungen im Jahr 1755). Der 24. Zyklus endete im Dezember 2019 mit einem Fleckenminimum. Nun nimmt die Sonnenaktivität wieder zu.
 

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, vielen Dank für diese Rubrik, sehr interessant!! 🙏 🙏 🙏 Ein besonderer Dank auch für die Fotos und Videos!(y)💞
 
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Vrata-Katha für Saturn über König Vikrama
(Fortsetzung oben – Ein wenig Astronomie und Astrologie)

Der König gelangte inzwischen nur mühsam zur Stadt Tamalinda und kam, als er sie betrat, sofort auf den Marktplatz. Von der Reise erschöpft, setzte er sich am Eingang eines Ladens nieder, um sich auszuruhen. Und es geschah, dass die Waren in diesem Laden sofort doppelt so schnell verkauft wurden wie gewöhnlich. Als der Besitzer dies bemerkte, dachte er beim Anblick König Vikramas: „Dieser Mann ist gewiss sehr glücklich und vom Schicksal begünstigt.“ Er begrüßte König Vikrama mit großer Ehrerbietung, führte ihn in seinen Laden, ließ ihn Platz nehmen und sagte:
— Spüle deinen Mund aus, wasche deine Hände und Füße und nimm ein Bad; danach komm in mein Haus und speise mit mir. Welcher Kaste gehörst du an, wo ist deine Heimat und wie heißt du?
Der König antwortete:
— Von Geburt bin ich ein Kshatriya, und meine Heimat liegt weit von hier entfernt. Lange bin ich umhergewandert, und nun bin ich in diese Stadt gekommen. Als ich deinen Laden sah, setzte ich mich hier nieder, um mich auszuruhen.
Nachdem der Kaufmann dies gehört hatte, sagte er:
— Eine gute Antwort. Da du nun hier bist, komm bitte mit mir.
Damit führte er den König in sein reiches, nahe gelegenes Haus. Dort nahm König Vikrama ein Bad und vollzog seine täglichen Rituale. Anschließend ließ der Kaufmann ihn feierlich am Tisch Platz nehmen und begann, ihn mit köstlichen und seltenen Speisen zu bewirten, die alle sechs Geschmacksrichtungen enthielten.Nachdem sie sich satt gegessen hatten, wuschen sie sich Hände und Gesicht mit duftendem Wasser und begannen, Betelblätter und -nüsse zu kauen.

Es fügte sich, dass die Tochter des Kaufmanns, deren Name Alolika („Die Unerschütterliche“) war, zu jener Zeit nach einem passenden Bräutigam suchte. Auch ihr Vater hielt eifrig nach jungen Männern Ausschau, konnte jedoch keinen finden, der seiner Tochter würdig war, bis das Schicksal diesen erfolgreichen Mann unerwartet in seinen Laden führte, der sich bestens als Schwiegersohn eignete. Der Kaufmann ließ seine Tochter holen und sagte zu ihr:
— Alolika! Heute habe ich einen passenden Mann für dich getroffen.
Geh und schmücke ihn mit Girlanden zum Zeichen dafür, dass er dein Auserwählter ist, und heirate ihn.

Das Mädchen antwortete:
— Gut, Vater. Aber ich werde ihn nicht heiraten, bevor ich ihn geprüft habe. Ehe ich mich mit ihm vermähle, muss ich wissen, wie weise, klug und tiefgründig er ist. Wenn es Abend wird, schicke diesen Gast zum Übernachten in das Zimmer, in dem ich mich den Künsten widme und Handwerke erlerne. Dort werde ich ihn prüfen, und wenn er die Prüfung besteht, werde ich ihn heiraten.

Der Kaufmann tat, worum seine Tochter gebeten hatte, und schickte den König zum Übernachten in das Zimmer, in dem Alolika die Künste erlernte. Als der König das Zimmer betrat, staunte er beim Anblick der Wände, die mit zahlreichen wunderbaren Bildern bedeckt waren, auf denen Elefanten, Pferde und Vögel dargestellt waren. In der Mitte des Zimmers stand ein Bett mit Baldachin, mit einer Samtmatratze unter einer weißen Decke und bestickten Kissen zu beiden Seiten. Ein Perlenkronleuchter hing in der Mitte der Decke, und Nach allen Seiten gingen von ihr Perlenfäden aus, sodass auch der Raum selbst von einem Baldachin bedeckt zu sein schien. Die Lampen erhellten den Raum mit einem strahlenden Licht, ähnlich dem Glanz des Mondes, und Girlanden aus Rosen verströmten im Hauch der Brise einen süßen Duft. Neben dem Lager stand ein Tischchen aus Elfenbein, auf dem Fläschchen mit Rosenwasser und allerlei Räucherwerk aufgereiht waren.

Als König Vikrama diese unvergleichlichen Kostbarkeiten erblickte, dachte er: „So etwas! Was ist das nur für ein Land? Und welche Schönheit herrscht hier! Wahrlich, die Wege des Karmas sind launenhaft. Niemand vermag sie zu ergründen. Mir scheint, all dies ist nur eine der Illusionen des Herrschers Saturn, mit der er mich erneut zu täuschen beabsichtigt. Ja, daran besteht kein Zweifel. Selbst diese Kaufmannstochter muss wohl ein Teil der Illusion sein. Wir wollen sehen, was als Nächstes geschieht.“ Mit diesen Gedanken legte er sich hin, zog die Decke über den Kopf und stellte sich schlafend.

Ja, er stellte sich nur schlafend, denn der Schlaf floh vor ihm. Wie hätte er unter dem strengen Blick Saturns einschlafen können, im Bewusstsein, dass dieser grausame Gott noch siebenundeinhalb Jahre über sein Leben herrschen würde? Und so lag der König, den Kopf vollständig bedeckt, schlaflos da, bedrückt von schweren Gedanken an die Unglücke und Leiden, die ihn in der Zukunft unweigerlich erwarteten.

Ein wenig Zeit verging, und die Kaufmannstochter, geschmückt mit sechzehn Arten von Edelsteinen und Schmuck, betrat die Gemächer. Perlen und Diamanten umschlangen ihren zarten Hals, ihr mit Perlen übersätes Haar fiel in sanften Wellen herab, und ein Diamant funkelte an ihrem Nasenflügel. Ihre göttliche SchönheitIhr Körper schimmerte durch die kostbaren Gewänder hindurch, wie Blitze durch goldene Abendwolken leuchten. Voll großer Hoffnung betrat sie den Raum, und ihre freudigen Gedanken wurden vom Klang der Armreifen an ihren Knöcheln begleitet. Jede Pore ihrer Haut verströmte Wohlgeruch, als sie sich dem Lager näherte. Doch da sah Alolika, dass der König bis über den Kopf zugedeckt schlief.

Man muss sagen, dass dieses Mädchen sehr erfahren darin war, jene zu prüfen, die hofften, ihre Hand zu gewinnen, und im Umgang mit ihnen äußerst gewandt war. Um den König aus dem Schlaf zu wecken, begann sie, ihn mit Safranwasser zu besprengen. Doch wie kann man jemanden wecken, der nur vorgibt zu schlafen? Wer schläft, kann sprechen, doch wer wachsam ist, wird schweigen.

Drei volle Stunden lang versuchte die Kaufmannstochter, den König zu wecken, doch vergeblich. Schließlich hängte sie mit einem schweren Seufzer ihre Perlenkette an einen Haken neben dem Lager und legte sich mit bebendem Herzen und am ganzen Körper zitternd neben den König. Bald übermannte sie der Schlaf.

Da zog der König die Decke von seinem Kopf und dachte, als er Alolika sah: „Die Menschen nennen mich tapfer und tugendhaft und sagen, all meine Gedanken seien nur darauf gerichtet, anderen zu dienen. Tag und Nacht fürchtete ich, eine Sünde zu begehen. Und nun liegt hier neben mir ein junges Mädchen, das ich nicht heiraten werde. Wie soll ich ihr die Lage erklären, in der ich mich befinde? Wenn die Weisen es schon als Sünde betrachten, mit einem unverheirateten Mädchen allein zu sprechen, wie groß muss dann erst die Sünde sein, sie zu berühren?“

So lag der König da und dachte nach, als plötzlich Seinen Augen bot sich ein Wunder: Einer der Schwäne auf dem Bild, das die Wand schmückte, erwachte plötzlich zum Leben und sprang auf den Boden. Watschelnd ging er zu der an einem Haken hängenden Perlenkette, die Alolika von ihrem Hals genommen hatte, und begann, eine Perle nach der anderen zu verschlucken. Voller Erstaunen betrachtete der König dieses Wunder, das ihm nichts Gutes verhieß, und dachte: „Was jetzt geschieht, wird mir viel Leid bringen. Teuer werde ich dafür bezahlen müssen! Wenn der Schwan alle Perlen frisst und ich ihn nicht daran hindere, wird man mich des Diebstahls beschuldigen und vor Gericht stellen! Doch ich kann dem Schwan diese Kette nicht wegnehmen; schließlich habe ich bisher noch nie jemanden abgewiesen, der um etwas bat, denn ich weiß, dass eine Ablehnung Leid verursacht. Dann soll man mich lieber wegen Diebstahls verurteilen, als dass ich meinen Ruhm als großzügiger König zerstöre, indem ich dem Schwan die Perlen wegnehme!“ Mit diesen Gedanken schlief der König schließlich ein.

Das Mädchen aber erwachte am Morgen und sah den schlafenden König neben sich. Verärgert dachte sie: „Dieser Mann, den mein Vater mir zum Ehemann bestimmt, ist ein völlig untauglicher Dummkopf! Es genügt ihm wohl nicht, dass er die ganze Nacht verschlafen hat – nein, er schläft immer noch!“

So machte sich die Kaufmannstochter, vor sich hin murmelnd und den König beschimpfend, zu der Stelle auf, an der sie ihre Perlenkette aufgehängt hatte. Als sie sie dort jedoch nicht fand, rüttelte sie den König grob wach und sagte zu ihm:
— Jetzt ist mir alles klar! Du bist keineswegs der erbärmliche Dummkopf, für den du dich ausgibst, sondern ein großer Betrüger! Du hast meine Perlenkette gestohlen und dich anschließend schlafen gelegt. Aber damit kommst du nicht ungeschoren davon! Gib mir die Kette zurück und verschwinde aus unseremzu Hause!
Darauf rief der König aus:
— Schwester! Ich habe deine Halskette nicht genommen. Ich habe hier nur geschlafen,
und du beschuldigst mich zu Unrecht.

Da lief das erzürnte Mädchen zu ihrem Vater und schrie:
— Nichts zu sagen, Vater, du hast mir da einen passenden Ehemann ausgesucht! Dieser Gast von dir ist ein Betrüger und Dieb, und in diesem Handwerk nicht gerade unerfahren. In der Nacht hat er meine Perlenkette gestohlen und irgendwo versteckt.

Als der Kaufmann das hörte, stürzte er auf den König zu und fuhr ihn wütend an:
— Du nichtsnutziger Dummkopf! Ich habe dir Obdach gewährt, dich mit erlesenen Speisen bewirtet und dir sogar meine eigene Tochter zur Frau angeboten! Und wie hast du es mir gedankt? Was hast du getan?!
König Vikrama erwiderte:
— Ich habe die Halskette nicht gestohlen. Mein böses Schicksal ist an allem schuld.
Wegen ihm bin ich in diese missliche Lage geraten.

Diese Worte brachten den Kaufmann außer sich, und er befahl seinem Diener:
— Pack diesen Betrüger, fessle ihn und verprügle ihn ordentlich. Vielleicht bringt ihn das dazu, sein Verbrechen zu gestehen! Offenbar kommt man hier ohne eine gute Tracht Prügel nicht weiter.
Der Diener band König Vikrama fest mit einem Seil und begann, ihn zu schlagen, während der Kaufmann nur anfeuerte:
— Schlag stärker zu! Offenbar wird er erst dann gestehen, dass er die Halskette gestohlen hat, und sie zurückgeben. Mitgefühl ist hier fehl am Platz!

Die Diener des Kaufmanns schlugen so eifrig auf ihn ein, dass König Vikrama, verzweifelt über die sich immer enger um seinen Hals legende Schlinge des Saturn, aufschrie:
— O Kaufmann! Ich weiß nichts über die verschwundene Halskette. Deine Diener schlagen mich völlig zu Unrecht! Du hast meinen Körper untersucht und meine Kleidung durchsucht, aber nichts gefunden. Hab Erbarmenmich wenigstens ein bisschen! Ich habe die Halskette nicht genommen, ich weiß nichts über sie, ich habe sie nicht! Du schlägst mich ohne jeden Grund!

Da sagte der Kaufmann zu seinen Dienern:
— Offenbar haben wir es mit einem erfahrenen Dieb zu tun. Trotz der Schläge bleibt er stur. Bringt ihn zum König. Die königliche Justiz wird ihm eine Lektion erteilen! Dann wird er uns die Halskette zurückgeben!
(Fortsetzung folgt)​

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Wenn der Himmel es zulässt, schauen Sie etwa eine Stunde nach Sonnenuntergang in Richtung Süden. Die Venus glänzt wie ein Diamant und ist noch in der Dämmerung sichtbar. Auch Jupiter ist sehr hell. Saturn steht ihnen an Helligkeit nach, ist aber ebenfalls wunderbar zu sehen.

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Anhand des Mondes kann man sich leicht orientieren. Und vergessen Sie nicht: Planeten flimmern nicht wie Sterne, sondern leuchten gleichmäßig.
 
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Korridor der Finsternisse vom 19.11. bis 04.12.2021..

Am 19. November findet eine partielle Mondfinsternis statt, am 4. Dezember eine totale Sonnenfinsternis. Der Zeitraum zwischen zwei (manchmal drei) aufeinanderfolgenden Finsternissen wird in der Astrologie Korridor der Finsternisse genannt. Dies ist eine sehr wichtige und verantwortungsvolle Phase in unserem Leben, und es gibt bestimmte Regeln dafür, wie man sich in dieser Zeit richtig verhält. Dabei beginnt der Einfluss des Korridors bereits 2–3 Wochen vor Beginn der ersten Finsternis und endet ebenso erst einige Zeit nach der abschließenden Finsternis. Das heißt, dass wir uns tatsächlich alle bereits unter dem Einfluss des Korridors der Finsternisse befinden.

Sonnen- und Mondfinsternisse treten paarweise mit einem Abstand von ungefähr zwei Wochen auf. Wenn bei Neumond eine Sonnenfinsternis stattgefunden hat, kommt es beim nächsten Vollmond zwangsläufig zu einer Mondfinsternis. Oder umgekehrt: zuerst eine Mondfinsternis (immer bei Vollmond), danach eine Sonnenfinsternis (immer bei Neumond).

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Während des Korridors der Finsternisse beginnen sich die Gefühle zu verschärfen.
Esoteriker sind der Ansicht, dass sich während des Korridors der Finsternisse die Verbindung zum Universum verstärkt. Das bedeutet, dass all unsere Gedanken ihre Wirkung buchstäblich verstärken können. Deshalb müssen wir sorgfältig kontrollieren, worüber und wie wir denken, und darauf achten, ob wir uns nicht in Negativität, Ängsten und Kränkungen verlieren. Im Gegenteil – jetzt ist die beste Zeit, maximal sie zu bearbeiten und aus dem eigenen Leben loszulassen.
„Versuchen Sie in dieser Zeit, sich von toxischen und aggressiven Menschen fernzuhalten. Von Menschen, die sich selbst und ihre Handlungen nicht besonders gut kontrollieren können. Rächen Sie sich unter keinen Umständen an anderen Menschen und streiten Sie nicht mit ihnen, ganz gleich, wie sehr man versucht, Sie zu provozieren“, rät der Astrologe.
Während des Finsterniskorridors darf man niemanden in ein schlechtes Licht rücken oder sich rächen. Versuchen Sie, sich nicht zu ärgern: Böse Wünsche und Beleidigungen können auf Sie zurückfallen.
Jede Form von Gewalt sollte vermieden werden – sowohl verbale und psychologische als auch körperliche. Lassen Sie nicht zu, dass Emotionen das kritische und rationale Denken überlagern. Man sollte nicht versuchen, die Situation mit Gewalt statt mit Vernunft zu ändern.

Laut dem Astrologen sollte man während des Finsterniskorridors nicht heiraten, den Arbeitsplatz wechseln, größere Anschaffungen tätigen oder schicksalhafte Entscheidungen treffen.
Nicht empfohlen wird:
  • Sich zusätzliche Belastungen und Verpflichtungen aufzubürden.
  • Unüberlegte Handlungen zu begehen.
  • Verhandlungen zu führen.
  • Den Arbeitsplatz zu wechseln.
  • Wichtige Dokumente zu unterschreiben.
  • Geld zu leihen oder zu verleihen.
  • Grundlegende Veränderungen vorzunehmen.
  • Operationen oder chirurgische Eingriffe am eigenen Aussehen vornehmen zu lassen
  • An nahestehenden Menschen auslassen.
  • Manipulieren und kritisieren.
Die Zeit zwischen den Finsternissen wird als eine Möglichkeit bezeichnet, Einfluss auf das eigene Schicksal zu nehmen, da sich in dieser Zeit die Ereignisse des Lebens für die nächsten 18,5 Jahre herausbilden.
Sonne und Mond können, wenn sie sich in einem bestimmten Tierkreiszeichen und Grad befinden, erst nach 18,5 Jahren in dieselbe Position zurückkehren. Die Ereignisse während des Korridors der Finsternisse haben einen fatalen und schicksalhaften Charakter: Alle Gedanken und Wünsche werden sich im Raum manifestieren und in der Folge unser Schicksal beeinflussen.
Jedem Menschen bietet sich während des Korridors der Finsternisse die Möglichkeit, sein Leben zu verändern – die Fehler der Vergangenheit zu korrigieren, das Wesen des Geschehens zu verstehen und viele Dinge neu zu überdenken, denn die Zukunft entsteht in der Gegenwart.
 
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Mondfinsternis am 19. November 2021.​

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Schema einer Mondfinsternis in unserem Sonnensystem.
Wenn der Mond vollständig in den Erdschattenkegel (den dunklen Bereich) eintritt, wird die Finsternis total sein.
Je näher sich der Mond zum Zeitpunkt der Finsternis an der Erde befindet (im schmalen Teil des Halbschattens, des großen grauen Kegels), desto kürzer wird die Finsternis dauern.

Die morgige Finsternis ist partiell (oder teilweise), aber der Erdschatten wird 97 % des Mondes bedecken, d. h. es handelt sich nahezu um eine totale Finsternis mit den entsprechenden Erscheinungen.
Während der Finsternis verschwindet der Mond nicht vollständig, sondern wird dunkelrot, da er weiterhin beleuchtet wird.

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Sonnenstrahlen, die tangential an der Erdoberfläche entlanglaufen, werden in der Erdatmosphäre gestreut und erreichen den Mond durch diese Streuung teilweise. Da die Erdatmosphäre für rot-orangefarbene Strahlen am durchlässigsten ist, erreichen gerade diese Strahlen während der Finsternis in größerem Maße die Mondoberfläche, was die Färbung der Mondscheibe erklärt.
Im Grunde ist dies derselbe Effekt wie das orange-rote Leuchten des Himmels am Horizont (die Morgen- oder Abendröte) vor Sonnenaufgang oder unmittelbar nach Sonnenuntergang.

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Der Mond wird sich praktisch am erdfernsten Punkt befinden (im Apogäum) in diesem Monat. Aus diesem Grund ist es auch die längste Mondfinsternis der letzten 1000 Jahre.
Die Finsternis beginnt um 06:00:13 UTC (um 09:00:13 Moskauer Zeit, UTC+3) und endet um 12:05:22 UTC.
Die maximale Phase ist um 09:02:46 UTC.
Die Finsternis wird in Nordamerika, im Pazifischen Ozean, in Alaska, im Osten Australiens, in Neuseeland und in Japan vollständig sichtbar sein. In Russland werden die partiellen Phasen der Finsternis zu sehen sein – aber ... wir werden nicht zuschauen, die Veden raten davon ab.
 
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Der Monduntergang während der heutigen Finsternis.
Aufgenommen vom Roskosmos-Kosmonauten Pjotr Dubrow an Bord der Internationalen Raumstation.



Die Phasen der Finsternis am Himmel über der Region Primorje.

 
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Vrata-Katha für Saturn über König Vikrama
(Anfang oben – Ein wenig Astronomie und Astrologie)

Und die Diener des Kaufmanns fesselten König Vikramas Hände und führten ihn zum Palast, wo der Unglückliche vor König Chandrasena gebracht wurde. Ihm erzählten sie die Geschichte mit der Halskette in allen Einzelheiten. Nachdem König Chandrasena zugehört hatte, sagte er zu König Vikrama:
— Ah, du Schurke! Hol sofort die gestohlene Halskette heraus und gib sie dem Kaufmann zurück!
Darauf antwortete Vikrama:
— Ich habe sie nicht gestohlen und weiß nichts über sie. Du irrst dich, König! Wahrhaftig, ich weiß nichts von dieser Halskette. All dies ist mir nur widerfahren, weil der Herrscher Saturns zornig auf mich ist. Ich bin kein Dieb. Wenn du mir jedoch immer noch nicht glaubst — nun gut, dann soll es nach deinem Willen geschehen: Ich bin ein Dieb, und ich bitte dich — hab Mitleid mit mir! Erweise mir Gnade!

Als König Chandrasena dies hörte, sprang er auf, und sein Zorn loderte wie eine Flamme:
— Elender Betrüger! Leugnest du dein Verbrechen immer noch? Du hast diesen ehrenwerten Kaufmann bestohlen und tust so, als hättest du nichts getan?! Wachen! Hackt diesem Betrüger Hände und Füße ab und werft ihn aus der Stadt. Und sorgt dafür, dass er von nun an keinen Schluck Wasser trinkt und keinen Brotkrümel isst.

So verwirrte Saturn den Verstand König Chandrasenas und brachte ihn dazu zu glauben, dass derjenige, der vor ihm stand — und wahrhaftig ein Dieb sei und ihn nicht einmal einer Beachtung würdige.

Die Diener des Königs Chandrasena machten sich sogleich daran, den Befehl ihres Herrschers auszuführen. Sie schleppten König Vikrama aus der Stadt zum Henker, der ihm ohne zu zögern Hände und Füße abhackte. In genau dem Augenblick, als der Henker die Gliedmaßen vom Körper König Vikramas abtrennte, ging plötzlich eine Welle der Trauer und des Wehklagens durch die ganze Stadt. Der verstümmelte König wand sich vor Schmerzen und stieß qualvolle Schreie aus, während das Leben tropfenweise aus seinem Körper wich. Doch die herzlosen Diener König Chandrasenas wollten seine Qualen in keiner Weise lindern. Sie trugen Vikrama in eine entlegene Wildnis und kehrten, nachdem sie ihn dort zurückgelassen hatten, zu ihrem König zurück. Chandrasena fragte sie:
— O meine treuen Diener! Wie geht es diesem Räuber nun? Lebt er noch oder ist er tot?
Und die Diener schrien mit schrillen Stimmen durcheinander:
— Er wird jeden Augenblick sterben! Wie kann ein Mann ohne Beine und Arme überleben? Er stirbt einen qualvollen Tod, leidet unter Schmerzen und verblutet. Wir haben den Menschen verboten, ihm Nahrung und Wasser zu geben. Lange wird er nicht mehr leben! Die Krämpfe in den Stümpfen seiner Gliedmaßen lassen ihn leiden wie einen Fisch, der aus dem Wasser geworfen wurde.
Die Einwohner der Stadt Tamalinda hatten Mitleid mit König Vikrama. Doch da ihr eigener Herrscher strengstens verboten hatte, den Unglücklichen zu versorgen, zitterten sie bei dem Gedanken vor Angst, dass sie durch einen Verstoß gegen das Verbot ebenso kläglich enden könnten.

Doch König Vikrama überlebte. Denn wie hätte Saturn sonst seine Leiden verlängern können?! Ein Monat verging in schrecklichen Qualen — und Endlich erbarmte sich Saturn ein wenig des Königs Vikrama. Daraufhin erwuchs durch seinen Willen auch im Herzen König Chandrasenas Mitgefühl für den von ihm Bestraften, den Fremden. Eines Tages wandte er sich mit einer Frage an seine Diener:
— In welchem Zustand befindet sich dieser Dieb jetzt?
Und er erhielt zur Antwort:
— O großer König! Er lebt noch immer, doch sein Anblick ist schrecklich. Außerdem befindet er sich ohne Nahrung und Wasser an der Schwelle zwischen Leben und Tod.
Nachdem der König dies gehört hatte, sagte er:
— Von heute an erweist ihm Mitleid und gebt ihm Nahrung und Wasser.
Dem Befehl ihres Herrschers folgend, begannen Chandrasenas Diener, König Vikrama Speise und Trank zu bringen. Die Bewohner der Stadt begannen, sich um den Unglücklichen zu kümmern, und versorgten ihn ebenfalls mit Nahrung. Bald ließ der Schmerz in seinen verstümmelten Gliedmaßen nach, und seine Kräfte kehrten zurück. Doch er blieb weiterhin hilflos, und sich ohne Hände und Füße fortzubewegen, kostete ihn enorme Anstrengungen und Qualen.

So vergingen zwei mühselige Jahre für den unglücklichen König Vikrama, bis eines Tages eine gewisse Frau in einer Sänfte an ihm vorbeigetragen wurde. Sie war in der Stadt Ujjain geboren und kehrte gerade von dort zurück, nachdem sie ihre Familie besucht hatte. In Tamalinda lebte sie im Haus ihres Mannes; ihr Schwiegervater war ein Ölhändler. Als sie nun in die Stadt einfuhr, erblickte sie König Vikrama, der unter einem Baum saß, und sah, dass ihm Fußsohlen und Hände abgetrennt worden waren.

Von diesem Anblick erschüttert, befahl die Frau, die Sänfte anzuhalten, stürzte auf den König zu und rief:
— Großer König! Was hat dich auf diesen Weg geführt?! Wie lange befindest du dich schon hier?
„O keuscheste aller Frauen!“, antwortete König Vikrama. „Was du siehst, ist die Frucht meines vergangenen Karmas. Die Sterne haben sich von mir abgewandt – und nun bin ich ausgezehrt, ruiniert und vernichtet. Der Herrscher Saturn ist zornig auf mich und hat mich zu Entbehrungen und Leiden verdammt. Das Wirken des Karmas ist unerbittlich, und man kann ihm nicht entgehen. O Schwester! Ist in meinem Ujjain alles wohlauf?

Mit Tränen in den Augen antwortete die Frau:
„Großer König! In Ujjain ist alles wohlauf, doch wenn ich dich in einem so jämmerlichen Zustand sehe, bricht mir das Herz. Allerdings ist, wie du gesagt hast, niemand den Folgen des Karmas entkommen. Was geschehen sollte, ist geschehen. Setz dich in meine Sänfte, und
wir gehen zu mir nach Hause.

Mit größter Mühe setzte sich König Vikrama in die Sänfte, und sie machten sich auf den Weg zum Haus des Besitzers der Ölmühle.
(Fortsetzung folgt)​

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