Es lebte einmal ein junger Mann, dessen Leben unter schwierigen Umständen verlief. Sein Vater verdiente gerade so viel, dass es für das Notwendigste der Familie reichte. Deshalb war alles in seinem Leben sehr ärmlich, doch es genügte zum Überleben. Als der Junge vierzehn Jahre alt war, wurde sein Vater arbeitslos. Plötzlich geschah es, dass es in der Familie keinen Krümel mehr gab. Der Junge hatte noch nichts gelernt, womit er Geld verdienen konnte, aber dennoch wollte er seiner Familie helfen. Deshalb ging er betteln. Das fiel ihm sehr schwer, doch damit half er seiner Familie zu überleben. So ging es mehrere Jahre weiter. Als er zwanzig Jahre alt wurde, erfüllte sich einer seiner Träume. Er fühlte sich wie in einem Märchen. Eine ausländische Familie lernte ihn kennen, schloss ihn ins Herz und kaufte ihm ein Auto, damit er als Taxifahrer seinen Lebensunterhalt verdienen konnte. Außerdem schickte sie ihm jeden Monat so viel Geld, dass er die Schwierigkeiten beim Beginn seiner kleinen neuen Karriere überwinden konnte. Nun war er ein Kleinunternehmer. Mit einem einzigen Sprung war er selbstständig geworden. Doch er konnte seine Gewohnheit nicht überwinden. Er bettelte weiterhin. Er fühlte sich noch immer als der Ärmste unter den Armen. Er hatte weiterhin Angst vor dem Hunger. Nur im Geld sah er die Lösung aller Probleme. Denk darüber nach: Das Leben prägt deine Gewohnheiten und die Gewohnheiten anderer. Gewohnheiten haben die Eigenschaft, sich festzusetzen. Achte deshalb aufmerksam darauf, welche Gewohnheiten du entwickelst. Das bedeutet: Lass nur das zur Gewohnheit werden, was gut und nützlich ist und hilft. Hüte dich vor schlechten Gewohnheiten; sie gewinnen schnell Macht über dein Leben, und es wird dir schwerfallen, dich von ihnen zu befreien, wenn du es eines Tages möchtest. Denke zugleich an den armen Jungen, wenn dich die schlechten Gewohnheiten anderer behindern: Vielleicht hatten sie schwierige Lebensumstände, aufgrund derer sie ihre Gewohnheiten nicht über Nacht ändern können, selbst wenn sie es wollten. In der himmlischen Welt erwartet dich Glückseligkeit, aber was tust du? Du versuchst mit allen Mitteln, dich an die Welt zu binden! Es gibt sogar Menschen, die sich einfrieren lassen, weil sie an einer unheilbaren Krankheit leiden und hoffen, in diesem Zustand zu überleben. All das geschieht nur, weil sie an ihrem Körper und dem mit ihm verbundenen Leben hängen und nicht an die Reinkarnation glauben – mit anderen Worten: nicht an Meine Liebe. Die Wahrheit ist, dass die irdische Welt ein Übungsfeld für mehr oder weniger schwierige Prüfungen ist, auf dem du Liebe, Opferbereitschaft, den Dienst am Nächsten, Wahrhaftigkeit und Ehrlichkeit lernst. Glaube Mir, einen anderen Sinn hat diese Welt nicht. Maya (die äußere Welt, der Schein) bringt dich dazu, auf der Erde nach Glück und Erfüllung zu suchen und zu glauben, dass du sie finden wirst. Nur dein Körper durchkreuzt deine Berechnungen. Durch seine Unbeständigkeit und seine große Anfälligkeit für alle möglichen Krankheiten schränkt er dich außerordentlich ein. Doch du hast dich so sehr an ihn gewöhnt, dass du denkst, du müsstest dich mit allem abfinden, nur um ihn nicht zu verlieren. Wozu all diese Überlegungen? Wozu all diese Sorgen um deinen Körper? Entscheidend ist nur, dass du in Prema (Liebe), Sathya (Wahrheit), Dharma (Rechtschaffenheit), Shanti (Frieden) und Ahimsa (Gewaltlosigkeit) lebst. Alles andere sollte dich nicht beunruhigen. Denn bei jeder Geburt gebe Ich dir genau den Körper, den du brauchst, damit du deine Erfahrungen auf der Erde sammeln kannst. Und sei gewiss: Der Körper ist jedes Mal und für jeden vollkommen und ideal.
Sai Baba
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