Die Menschen spüren das Feuer der Seele. Und je mehr man gibt, desto stärker lodert es auf.
Nur durch Mitgefühl für die Welt entwickelt sich die Seele. Sie reguliert das gesamte Spektrum tiefer Empfindungen. Sie erschafft ein stilles Gebet zum Wohle aller, die auf der Erde existieren.
Durch das Dickicht eines düsteren Weges, über die Hindernisse von Flüssen und Steinschlägen, durch Windbrüche und den Ansturm der Bergwinde, durch die eisigen Wüsten der Gipfel und an den Abgründen des Lebens entlang strebt die Seele aufwärts und bricht dabei ihre verwundeten Flügel an scharfen Steinen. Sie versucht, sich von der Last des irdischen Schmutzes zu befreien, der an ihr haftet. Beim Eintauchen in die kalte Dunkelheit der Schluchten wird sie schwerer, und ihr silbriger Glanz verblasst. Müde und niedergeschlagen wandert sie weiter und schleift ihre durchnässten Flügel hinter sich her, bis sie auf dem Berg ein loderndes Feuer erblickt. Mit letzter Kraft, stolpernd und fallend, steigt sie dennoch zu der lebensspendenden Flamme hinauf, die sie mit dem Atem der Hoffnung erleuchtet. Am großen Feuer sieht sie ebenso vom irdischen Leben erstarrte Seelen, die in der Nähe des feurigen Heiligtums trocknen. Allmählich erwärmt die Flamme die Herzen. Klumpen irdischen Leidens fallen ab. Die Wunden heilen. Und die Flügel werden leichter und stärker. Sie sind bereit, wieder zu fliegen und zu leuchten, im Gedenken an das ewig lodernde Feuer des Großen Herzens der Welt.
Konstantin Ustinov. „Der seiende Mensch“.
Nur durch Mitgefühl für die Welt entwickelt sich die Seele. Sie reguliert das gesamte Spektrum tiefer Empfindungen. Sie erschafft ein stilles Gebet zum Wohle aller, die auf der Erde existieren.
Durch das Dickicht eines düsteren Weges, über die Hindernisse von Flüssen und Steinschlägen, durch Windbrüche und den Ansturm der Bergwinde, durch die eisigen Wüsten der Gipfel und an den Abgründen des Lebens entlang strebt die Seele aufwärts und bricht dabei ihre verwundeten Flügel an scharfen Steinen. Sie versucht, sich von der Last des irdischen Schmutzes zu befreien, der an ihr haftet. Beim Eintauchen in die kalte Dunkelheit der Schluchten wird sie schwerer, und ihr silbriger Glanz verblasst. Müde und niedergeschlagen wandert sie weiter und schleift ihre durchnässten Flügel hinter sich her, bis sie auf dem Berg ein loderndes Feuer erblickt. Mit letzter Kraft, stolpernd und fallend, steigt sie dennoch zu der lebensspendenden Flamme hinauf, die sie mit dem Atem der Hoffnung erleuchtet. Am großen Feuer sieht sie ebenso vom irdischen Leben erstarrte Seelen, die in der Nähe des feurigen Heiligtums trocknen. Allmählich erwärmt die Flamme die Herzen. Klumpen irdischen Leidens fallen ab. Die Wunden heilen. Und die Flügel werden leichter und stärker. Sie sind bereit, wieder zu fliegen und zu leuchten, im Gedenken an das ewig lodernde Feuer des Großen Herzens der Welt.
Konstantin Ustinov. „Der seiende Mensch“.