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Schon in den ersten Schulklassen brachte man Ihnen bei, dass einfach ein böser Kerl – Dantès – kam und Puschkin erschoss.
Dabei zwingen genau diese Lehrer einen, Lermontows Gedicht zum Tod des Dichters auswendig zu lernen.
Und darin geht es eigentlich überhaupt nicht um diesen bösen Kerl.
Dort heißt es buchstäblich, dass Russland Puschkin getötet hat!
So sieht’s aus!
Alle waren bestochen!
Puschkins Wunde war nicht tödlich.
Aber niemand half ihm.
Von Anfang an – bei seiner Verletzung.
Seinen Körper schleifte man buchstäblich fort, weil niemand half.
Alle schienen sich verschworen zu haben.
Selbst als nach zwei Stunden – was sehr spät war – Ärzte kamen, taten sie nichts weiter, als einen Verband anzulegen!
Und das war alles!
Und der tatsächliche Arzt, der zu handeln begann, kam überhaupt erst gegen 20 Uhr – und er behandelte ihn nicht, sondern tat nur so, als würde er ihn behandeln, und verschlimmerte dadurch das Problem.
Sehen Sie: Gegen 16:30 Uhr fand das Duell statt.
Gegen 20 Uhr kommt ein Arzt, der Puschkin angeblich zu behandeln beginnt.
Dabei gibt es noch einen Hausarzt, von dem jede Spur fehlt und der erst nach 20 Uhr auftaucht.
Und unmittelbar nach seinem Tod wurde er verherrlicht und alles so eingerichtet, als hätte Puschkin die bestehende russische Staatsmacht und die Orthodoxie verehrt.
Nichts davon hatte es in seinem Leben jemals gegeben!
Aber alles wurde so umgeschrieben, als wäre es so gewesen.
Obwohl man ihn ins Exil geschickt und bestraft hatte und er zudem ein großer Raufbold gewesen war!
Und plötzlich wurde er zu „unserem Ein und Alles“ – zu jemandem, der Kirche und russische Staatsmacht verehrt habe...
Alles wurde gestohlen und umgeschrieben.
Da ist ein Mensch gerade erst gestorben.
Man sollte meinen – wovor sollte man jetzt noch Angst haben?
Doch nun beginnt eine erstaunliche Tätigkeit rund um sein Andenken.
Der Zar beauftragt Schukowski, Puschkins Papiere zu sichten und alles zu vernichten, was seinem Nachruhm schaden könnte.
Denken Sie darüber nach.
Der Mensch ist tot – und schon beginnt man, seine Biografie zu bearbeiten.
Was den Nachkommen hinterlassen werden soll.
Was nicht.
Welchen Puschkin man Russland zeigen soll.
Und welchen man besser vergessen sollte.
Allmählich erscheint ein völlig anderer Alexander Sergejewitsch.
Nicht mehr der Mensch, den man ins Exil schickte.
Nicht derjenige, der dreiste politische Gedichte schrieb.
Nicht derjenige, der sich über die Staatsmacht lustig machte.
Nicht derjenige, der mit den künftigen Dekabristen verkehrte.
Nicht dieser hitzige, leidenschaftliche, skandalträchtige Mann, der sich ständig auf Duelle einließ.
Sondern beinahe ein vorbildlicher staatstreuer orthodoxer Dichter.
Gläubig.
Den Zaren verehrend.
Vor seinem Tod mit all dem versöhnt, zu dem er sein ganzes Leben lang in einem äußerst schwierigen Verhältnis gestanden hatte.
Auch die Beerdigung fiel auf eine erstaunlich stille Weise aus.
Der Sarg wurde nachts in eine andere Kirche gebracht.
Man beerdigte ihn praktisch im Dunkeln und fast ohne Zeugen.
Eine seltsame Geschichte für einen Menschen, den man bald zu einem der größten Symbole Russlands erklären würde.
Es ergibt sich ein gewisser Widerspruch.
Der lebende Puschkin war unbequem.
Man schickte ihn ins Exil.
Man überwachte ihn.
Seine Gedichte wurden zensiert.
Man hasste ihn...
Er steckte voller Schulden, Skandale, Karten, Frauen, Duelle und politischer Eskapaden.
Doch der tote Puschkin erwies sich plötzlich als äußerst bequem.
Denn ein Toter wird nichts mehr schreiben.
Er wird nicht widersprechen.
Keinen weiteren Skandal verursachen.
Niemanden zu einem Duell herausfordern.
Und vor allem nicht sagen:
„Leute, eigentlich meinte ich das überhaupt nicht so.“
Aus einem lebendigen, widersprüchlichen Menschen kann man endlich ein Denkmal machen.
Und je tiefer man die Geschichte seiner letzten Tage untersucht, desto weniger ähnelt sie dem Schulmärchen:
„Es gab einen großen Dichter. Der böse Dantès kam. Er schoss. Der Dichter starb.“
Nein.
Dort gibt es zu viele Menschen.
Zu viele Interessen.
Zu viel Untätigkeit.
Zu viele Merkwürdigkeiten vor seinem Tod.
Und zu viel Bearbeitung danach.
Dabei zwingen genau diese Lehrer einen, Lermontows Gedicht zum Tod des Dichters auswendig zu lernen.
Und darin geht es eigentlich überhaupt nicht um diesen bösen Kerl.
Dort heißt es buchstäblich, dass Russland Puschkin getötet hat!
„Ihr, gierige Menge, die ihr am Thron steht,
Henker der Freiheit, des Genies und des Ruhmes!
Ihr versteckt euch im Schatten des Gesetzes,
Vor euch stehen Gericht und Wahrheit – alles schweigt!..
Doch es gibt auch Gottes Gericht, Vertraute der Ausschweifung!
Es gibt ein furchtbares Gericht: Es wartet;
Es ist für den Klang des Goldes unzugänglich,
und Gedanken und Taten kennt es im Voraus.
Dann werdet ihr vergeblich zur üblen Nachrede greifen:
Sie wird euch nicht wieder helfen,
und ihr werdet mit all eurem schwarzen Blut nicht
das gerechte Blut des Dichters abwaschen!“
So sieht’s aus!
Alle waren bestochen!
Puschkins Wunde war nicht tödlich.
Aber niemand half ihm.
Von Anfang an – bei seiner Verletzung.
Seinen Körper schleifte man buchstäblich fort, weil niemand half.
Alle schienen sich verschworen zu haben.
Selbst als nach zwei Stunden – was sehr spät war – Ärzte kamen, taten sie nichts weiter, als einen Verband anzulegen!
Und das war alles!
Und der tatsächliche Arzt, der zu handeln begann, kam überhaupt erst gegen 20 Uhr – und er behandelte ihn nicht, sondern tat nur so, als würde er ihn behandeln, und verschlimmerte dadurch das Problem.
Sehen Sie: Gegen 16:30 Uhr fand das Duell statt.
Gegen 20 Uhr kommt ein Arzt, der Puschkin angeblich zu behandeln beginnt.
Dabei gibt es noch einen Hausarzt, von dem jede Spur fehlt und der erst nach 20 Uhr auftaucht.
Und unmittelbar nach seinem Tod wurde er verherrlicht und alles so eingerichtet, als hätte Puschkin die bestehende russische Staatsmacht und die Orthodoxie verehrt.
Nichts davon hatte es in seinem Leben jemals gegeben!
Aber alles wurde so umgeschrieben, als wäre es so gewesen.
Obwohl man ihn ins Exil geschickt und bestraft hatte und er zudem ein großer Raufbold gewesen war!
Und plötzlich wurde er zu „unserem Ein und Alles“ – zu jemandem, der Kirche und russische Staatsmacht verehrt habe...
Alles wurde gestohlen und umgeschrieben.
Da ist ein Mensch gerade erst gestorben.
Man sollte meinen – wovor sollte man jetzt noch Angst haben?
Doch nun beginnt eine erstaunliche Tätigkeit rund um sein Andenken.
Der Zar beauftragt Schukowski, Puschkins Papiere zu sichten und alles zu vernichten, was seinem Nachruhm schaden könnte.
Denken Sie darüber nach.
Der Mensch ist tot – und schon beginnt man, seine Biografie zu bearbeiten.
Was den Nachkommen hinterlassen werden soll.
Was nicht.
Welchen Puschkin man Russland zeigen soll.
Und welchen man besser vergessen sollte.
Allmählich erscheint ein völlig anderer Alexander Sergejewitsch.
Nicht mehr der Mensch, den man ins Exil schickte.
Nicht derjenige, der dreiste politische Gedichte schrieb.
Nicht derjenige, der sich über die Staatsmacht lustig machte.
Nicht derjenige, der mit den künftigen Dekabristen verkehrte.
Nicht dieser hitzige, leidenschaftliche, skandalträchtige Mann, der sich ständig auf Duelle einließ.
Sondern beinahe ein vorbildlicher staatstreuer orthodoxer Dichter.
Gläubig.
Den Zaren verehrend.
Vor seinem Tod mit all dem versöhnt, zu dem er sein ganzes Leben lang in einem äußerst schwierigen Verhältnis gestanden hatte.
Auch die Beerdigung fiel auf eine erstaunlich stille Weise aus.
Der Sarg wurde nachts in eine andere Kirche gebracht.
Man beerdigte ihn praktisch im Dunkeln und fast ohne Zeugen.
Eine seltsame Geschichte für einen Menschen, den man bald zu einem der größten Symbole Russlands erklären würde.
Es ergibt sich ein gewisser Widerspruch.
Der lebende Puschkin war unbequem.
Man schickte ihn ins Exil.
Man überwachte ihn.
Seine Gedichte wurden zensiert.
Man hasste ihn...
Er steckte voller Schulden, Skandale, Karten, Frauen, Duelle und politischer Eskapaden.
Doch der tote Puschkin erwies sich plötzlich als äußerst bequem.
Denn ein Toter wird nichts mehr schreiben.
Er wird nicht widersprechen.
Keinen weiteren Skandal verursachen.
Niemanden zu einem Duell herausfordern.
Und vor allem nicht sagen:
„Leute, eigentlich meinte ich das überhaupt nicht so.“
Aus einem lebendigen, widersprüchlichen Menschen kann man endlich ein Denkmal machen.
Und je tiefer man die Geschichte seiner letzten Tage untersucht, desto weniger ähnelt sie dem Schulmärchen:
„Es gab einen großen Dichter. Der böse Dantès kam. Er schoss. Der Dichter starb.“
Nein.
Dort gibt es zu viele Menschen.
Zu viele Interessen.
Zu viel Untätigkeit.
Zu viele Merkwürdigkeiten vor seinem Tod.
Und zu viel Bearbeitung danach.