SCHMERZ – DER VORBOTE DER GEBURT EINES NEUEN LEBENS
Es gibt vier Arten von Menschen: „die Toten“ – das sind jene, die den Herrn leugnen und meinen, dass sie aus sich selbst heraus existieren, unabhängig, frei, sich selbst regierend und über sich selbst verfügend; „die Kranken“ – das sind jene, die sich nur dann an den Herrn wenden, wenn irgendein Unglück über sie hereinbricht oder wenn sie spüren, dass die Quellen, die sie gewöhnlich tragen, vorübergehend versiegt sind; „die Dummen“ – das sind jene, die wissen, dass Gott ein ewiger Begleiter und Zeuge ist, sich aber nur von Zeit zu Zeit daran erinnern, wenn dieser Gedanke stark ist und eine machtvolle Energie in sich trägt; und schließlich „die Gesunden“ – das sind jene, deren Glaube an den Herrn unveränderlich ist und die stets in Seiner friedens- und schöpferischen Gegenwart leben.
Ihr schreitet vom „Tod“ zum „Leben“ und von der „Krankheit“ zur „Gesundheit“ voran, weil ihr die Schläge dieser Welt erfahrt. Die Welt ist ein sehr wichtiger Teil des Lehrplans des Menschen; durch die Qualen der Suche wird das Kind der Weisheit geboren.
Der Wert des Leidens liegt darin, dass es ein Zeichen für die Geburt eines neuen Lebens ist. Von der Unruhe (Ashanti) gelangt ihr zu vollkommenem Frieden (Prashanti), vom vollkommenen Frieden zur spirituellen Erleuchtung (Prakanti), von der spirituellen Erleuchtung zum Ewigen Göttlichen Licht (Paramjyoti).
Der Wechsel von Freude und Trauer gleicht dem Wechsel von Tag und Nacht. Nacht und Tag sind Zwillingsschwestern, und beide sind notwendigfür die Fruchtbarkeit des Bodens, für die Zunahme der Aktivität und die Erneuerung des Lebens. Sie sind wie Sommer und Winter. Es gibt Menschen, die bitten: „Baba! Mach diesen Sommer nicht so heiß!“ Doch gerade während der sommerlichen Hitze nimmt die Erde die für sie notwendige Energie der Sonne auf, damit sie, wenn die Regenzeit kommt, eine reiche Ernte hervorbringen kann.
Gott führt den Menschen zu Sich. Es liegt in der Natur beider, eine gegenseitige Anziehung zu empfinden, denn sie sind ein und dasselbe. Das erinnert an Eisen und einen Magneten. Wenn das Eisen jedoch stark verrostet und mit Schmutzschichten bedeckt ist, kann der Magnet es nicht anziehen. Das Hindernis zu beseitigen – mehr müsst ihr nicht tun. Lasst das Licht eurer wahren Natur erstrahlen, und Gott wird euch in Sein Herz aufnehmen. Prüfungen und Unglück sind die Mittel, durch die Reinigung geschieht.
Bhagawan Sri Sathya Sai Baba
Vortrag, Festival „Vijayadashami“, 1953