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Eine der nützlichsten Formen des Lachens für einen spirituellen Menschen ist die Fähigkeit, über sich selbst zu lachen.
Über die eigenen Ansprüche, die kleinen Niederlagen und die Diskrepanz zwischen den hohen Idealen und den alltäglichen Schwächen.

Ein solches Lachen ist kein Spott, sondern Ausdruck eines gesunden Selbstbewusstseins und der Abwesenheit von Stolz.
Es verhindert, dass das Ego verhärtet, und bewahrt Sie als menschlich und zugänglich.
Es ist ein Zeichen dafür, dass Sie sich selbst nicht allzu ernst nehmen und verstehen, dass das wahre „Ich“ (Atman) ewig und vollkommen ist und alles Übrige ein Spiel.

Lachen Sie über die vergänglichen Unvollkommenheiten der Persönlichkeit – das reinigt und erleichtert den Weg.

Sathya Sai Baba
10. März 1999
 

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Angesichts des Todes verschwinden gesellschaftliche Stellung, Stolz und Macht. Seien Sie sich dessen bewusst und bemühen Sie sich Tag und Nacht, mit Reinheit von Körper, Geist und Seele das höchste Selbst durch den Dienst an allen Lebewesen zu verwirklichen. Der Körper muss als Mittel zu diesem Zweck erhalten und bewahrt werden. Doch denken Sie daran: Sie sind nicht dieser Körper, und dieser Körper ist nicht Sie. Tat Tvam Asi.
Sie sind die unzerstörbare Atma-Tattva. Sie haben diesen Körper gerade um der Atma-Tattva willen, und daher müssen Sie in Ihrem Streben, Parameshvara hier und jetzt zu verwirklichen, jederzeit bereit sein, diesen Körper zu opfern. Nutzen Sie Ihre Macht über den Körper, um zum Wohlergehen der ganzen Welt beizutragen. Dieser Körper ist lediglich ein Werkzeug, ein von Gott geschenktes Instrument. Möge er seinem Zweck dienen.
Sai Baba

PREMA VAHINI
 

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Die traurige Lage des Menschen besteht heute darin, dass er die inneren Kräfte nicht anerkennt und kein Gefühl der Ehrfurcht vor ihnen entwickelt. Er strebt nach dem Äußeren und lässt sich von körperlichen Formen beeindrucken. Man muss den Zusammenhang zwischen dem Materiellen und dem Feinstofflichen verstehen. Das Heilmittel für alle menschlichen Leiden befindet sich im Menschen selbst. Doch der Mensch sucht das Heilmittel außerhalb. Hier ein anschauliches Beispiel dafür, was in der Welt geschieht: Ein Imbiss und eine Apotheke liegen nebeneinander. Wenn der Mitarbeiter des Imbisses Kopfschmerzen hat, geht er in die benachbarte Apotheke, um eine Kopfschmerztablette zu kaufen. Wenn der Apothekenmitarbeiter Kopfschmerzen hat, geht er in den Imbiss und bestellt eine Tasse Kaffee, um sich zu heilen, statt seine Tablette einzunehmen. Genauso neigen die Menschen heute dazu, die Göttlichkeit in sich zu ignorieren, verlangen aber nach einer Vielzahl äußerer Dinge. Es ist nicht nötig, sich auf die Suche nach dem Göttlichen nach außen zu wenden. Die Menschen sollten einen festen Glauben an die Göttlichkeit in sich entwickeln. Alles, was nötig ist, besteht darin, die Aufmerksamkeit nach innen zu richten, um die Göttlichkeit in sich zu erfahren.
Sathya Sai Baba.
 

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Die anwesenden Hofdamen brachten sogleich die Spielsteine und bereiteten die Tische für das Spiel vor. Und so begann zwischen dem Kaiser und dem Würdenträger ein Kampf, der in einen echten Zweikampf überging. Von einem solchen Spiel ist im Buch „Lankejing*“ die Rede:
„In der Kunst des Damespiels gelten Strenge und Vorsicht als das Wichtigste. Der wichtigste Ort für die Entwicklung der Aktionen ist die Mitte des Spielbretts, der schlechteste sind seine Ränder und die Ecken nehmen eine mittlere Stellung ein. Das ist ein allgemein bekanntes Gesetz für Damespieler. Dieses Gesetz besagt: Es ist besser, einen Stein zu verlieren, als die Initiative aufzugeben. Wenn du nach links schlägst, achte nach rechts; wenn du von hinten angreifst, blicke nach vorn. Denn es kommt vor, dass man beim Vorrücken hinter sich gerät und umgekehrt beim Rückzug nach vorn gelangt. Wenn zwei deiner Punkte unangreifbar sind, trenne sie nicht. Wenn alle Bauern unzugänglich sind, verbinde sie nicht. In der Breite darf die Stellung nicht zu locker sein, ihre Dichte aber auch nicht zu eng. Schone die Steine nicht und strebe nicht danach, dass sie alle unversehrt bleiben. Manchmal erringt man den Sieg, indem man sie opfert. Statt einen Zug auf ein sicheres oder isoliertes Feld zu machen, festige lieber die Stellung der Steine so, dass sie einander unterstützen können. Wenn der Gegner stark ist und deine Kräfte gering sind, sichere vor allem deine Steine gründlich ab. Wenn du hingegen stark genug bist, dann entfalte mutig deine Macht. Kämpfe nicht gegen jemanden, der zu siegen versteht; tritt nicht gegen jemanden an, der geschickt im Aufbau von Stellungen ist. Du wirst denjenigen nicht besiegen können, der gut kämpft, und denjenigen nicht aus der Fassung bringen, der Niederlagen zu ertragen weiß. Denn ein Damespiel beginnt mit der richtigen Aufstellung und endet mit einem erstaunlichen Sieg. Wenn dem Gegner nichts droht und er sich dennoch selbst verstärkt, bedeutet das, dass er beabsichtigt, einzudringen und deine Front zu durchbrechen. Wenn jemand Kleinigkeiten unbeachtet lässt und sie opfert, bedeutet das, dass er etwas Größeres plant. In der Strategie hilflos ist, wer seine Steine wahllos auf dem Brett aufstellt. Wer auf einen Schlag des Gegners reagiert, ohne seinen eigenen Zug zu durchdenken, verurteilt sich selbst zur Niederlage.“
*„Lankengjing“ – „Das Buch über den faulen Axtstiel“
Möge dies eine
Nützliche Mahnung sein:
Sei vorsichtig,
Als stündest du über einem Abgrund.
Und dazu heißt es in Versen:
Das Brett liegt da,
Der Erde gleich.
Der Steine Bewegungen –
Bewegungen der Sterne,
Wie die Welt, die
Yin und Yang
Erschaffen,
So vollkommen ist ihre Anordnung.
Ein einzelner Zug
Kaum wahrnehmbar für uns,
Plötzlich wird das ganze Spiel
Klarer und reiner,
Du lachst
Und rühmst dich später,
Wie die Jünglinge vom Berg
Des faulen Axtstiels.

Wu Cheng’en, „Die Reise nach Westen“
 
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Lass nicht zu, dass Angst oder Trauer durch dich sprechen,
Bekenne mutig: „Ich bin ein Kind Gottes. Die unendliche Kraft ist meine Essenz.“
Paramahansa Yogananda
 

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Wenn ihr den Weg des Dienens beschreitet, werden eure Probleme allmählich weniger werden. LIEBT ALLE, DIENT ALLEN. Betrachtet die Menschen nicht als anders. Entwickelt das Gefühl, dass ihr und der andere Mensch eins seid. Die gesamte Menschheit ist eins. Was ihr in der Welt seht, ist lediglich ein Spiegelbild und Widerhall der einen Wirklichkeit. Sobald ihr diese Wahrheit versteht, werdet ihr Frieden finden. Erst dann wird euer Geist Stabilität und Ausrichtung auf ein einziges Ziel erlangen, und ihr werdet in Ruhe lernen und arbeiten können.

Ansprache von BSSSB
„Der Dienst an der Gesellschaft ist Dienst an Gott“
23. November 2006
 

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Yusuf Balaguni „Gesegnetes Wissen“


Ögdülmiş erzählt dem Elik vom Wesen des Verstandes

Ögdülmiş sprach: Der Verstand ist die Freude aller Freuden,
In seinen Taten ist er gerecht und reich an Gutem.

Wie jung er auch sein mag, er ist ansehnlich,
Durch gute Taten ist er stets vortrefflich.

Er ist rein und aufrichtig und in seinen Handlungen maßvoll,
Im Umgang mit den Menschen bleibt er der Tugend treu.

Wohin er sich auch wendet – dort ist Segen,
Und seine Rede schenkt den Lippen Segen.

Wer eine strahlende Stirn hat, wird von allen geliebt,
Er ist allen zum Guten, die mit ihm verkehren.

Der Verstand erkennt aus der Ferne den Weg zum Guten
Und schreitet mit festem Schritt zu den nötigen Taten.

Das Unklare erklärt er sofort,
Jeden Knoten löst er im Nu.

Nach rechts und links, nach vorn und zurück –
Er sieht alles und gibt allem seine Zeit und Ordnung.

Das Flüchtige ergreift er, das Fliegende fängt er,
Den Schaden behebt er, das Zerbrochene stellt er wieder her.

Der Unverständige klagt über den Verstand und seufzt:
„Ohne dich leide ich unter der Last des Unrechts!“

Von deinen Wohltaten ist mir nichts zuteilgeworden,
Und wo kein Verstand ist, dort ist auch das Herz tot!

Der Verstand ist ein Licht in der Finsternis und die Augen des Blinden,
Dem Körper ist er die Seele, dem Sprachlosen das Wort!“

Möge auch die Gnade des Herrn mit mir sein,
Dir will ich es mit dreifacher Vergeltung danken!

Ich weiß, dass du im Dienst treu und gut bist,
Dein Eifer ist ein Zeichen guter Treue.

Treue im Dienst wird aber nur derjenige zeigen,
Der mit seinen Gedanken auf den Nutzen des Herrschers bedacht ist.

Höre, was ein Dienender gesagt hat:
„Ist der Diener eifrig, gedeiht der Bek.“

Und der Bek ist froh – er trauert und klagt nicht,
Wenn seine Diener eifrig dienen.

Der fleißige Diener achtet den Willen des Beks –
Der Bek hebt die Schulternwird sich aufrichten, ohne Sorgen zu kennen.

Der Diener wird die Last der Mühen auf sich nehmen –
Die Wege des Herrschers werden zum Guten führen.

Wird der Herr einen solchen Sklaven finden –
So ist ihm von Gott ein gütiges Schicksal beschieden.

Und alle Beks, die einst im Weltall lebten,
Verbrachten ihr Leben mit jenem verborgenen Traum!»

Das ganze Volk des Weltalls, glücklich und zufrieden,
pries den Elik mit frommem Lob.

Und die Menschen aus fernen, jenseitigen Ländern
hegten in ihren Seelen das Ziel, ihn zu erblicken.

Die Tage wechselten einander, und Jahr folgte auf Jahr,
der Elik regierte das Volk treu und gerecht.


Die Frage des Elik an Ogdülmisch

Einst sprach Ogdülmisch zum Elik:
«Antworte mir klug, was du durch Wissen erkannt hast:

Es ist bekannt, dass unser Körper sieben Glieder hat,*
Und jedes von ihnen hat seine Freude und seine Aufgabe.

Was dem Herzen Freude bereitet, was den Augen lieb ist,
und wovon aus ihrem Nutzen ich selbst Gebrauch mache?»

Die Frage des Elik an Ogdülmisch

«Ich habe all dies verstanden – sprach der Elik –,
doch beantworte mir eine andere meiner Fragen.

Ich möchte eine wichtige Angelegenheit verstehen,
antworte mir wohlüberlegt und mit Verstand.»


Ogdülmischs Antwort an den Elik

Ogdülmisch sprach: «Hochberühmter Elik!
Die Erkenntnis lässt den Ruhm der Herrscher erstrahlen:

Die Herrscher sind die Festung des Verstandes und der Wissenschaften.
Was kann die Unwissenheit der Diener verkünden?»

Die Fragen sind leicht, doch die Antworten schwer,
dafür bedarf es des Wissens des Elik.

So ist es für den Elik leichter, für mich jedoch schwerer;
bitte schone mich, Mächtiger!»

Ogdülmischs Antwort an den Elik

«Für den Bittenden, sprach der Elik, ist es umso schwerer,
um Hilfe bei einer ihm unverständlichen Angelegenheit zu bitten.

Und somit ist meine Frage für dich eine Freude:
Ich habe gefragt – nun musst du antworten!»


Er sprach Ogdülmiş: „Ein Mann guter Herrschaft!“


Und daher ist meine Frage dir eine Freude,
Ich fragte – du musst mir antworten!“


Ogdülmiş’ Antwort an Elik

Ogdülmiş sprach: „Ein Mann guter Herrschaft!
Zuzuhören ist weit besser, als Worte zu sprechen!

Wer Reden führt, nimmt seine Seele gefangen,
Wer zuhört, lässt seinen Körper in Müßiggang verweilen.

Nimm dir die Ermahnung eines erfahrenen Mannes zu Herzen:
„Halte deine Rede zurück, auf dass dein Verstand lausche.“

Beim Zuhören wird man durch vernünftige Gedanken klüger,
Beim Schwatzen wird man durch gedankenlose Überheblichkeit töricht.

Wie muss man sein, um sie anzuführen,
Mit Anstand und Ehre über ihre Taten zu herrschen,

Damit Volk und Land erblühen,
Und die Zeiten mit gutem Ruf dahingehen,

Damit die Schatzkammer an Gold immer reicher werde,
Und die Feinde ihre Hälse beugen müssten,

Damit das mächtige Heer an Kraft zunehme,
Damit man die Wahrheit des Gesetzes an der Wissenschaft messe,

Damit der Ruhm des Beks durch das ganze Weltall dringe,
Und das Glück ununterbrochen wachse,

Damit er fröhlich sei und seine Macht immer stärker werde,
Damit er bis zu seinem Tod über die Welt herrsche?“


Ogdülmiş’ Antwort an Elik

„Ich habe den Sinn deiner Worte wahrhaft erfasst,
Ihre Wahrheit ist wie Moschus“, antwortete Elik.

Und die Beks nennt man nicht ohne Grund „die Wissenden“:
Den Beks obliegt es, alles zu erkennen und zu wissen!

Weise und klug zu sein ist eine große Hilfe:
Die Weisen und Wissenden haben viele Feinde.

Höre, was ein verständiger Mann gesagt hat –
Ein erfahrener Mann, der alle Gedanken kennt:

„Ein Bek muss wachsam und weise sein, dann
Wird kein Unglück ihn mit unverhofftem Übel heimsuchen.

Er muss über unehrenhafte Tugenden verfügen,
Um für immer guten Ruhm zu erlangen!“

Und alle, die groß geworden sindMenschen,
Nur durch Weisheit erlangten sie Ruhm, begreif das!

Würdig ist die Nachkommenschaft in einem würdigen Geschlecht,
Der Würdige steht in Ehren, ist vor aller Augen.

Der Rang eines Beks ist heilig, ihm gebührt Ehre,
Diesen Rang ehrenvoll zu tragen, ziemt ihm.

Das Volk braucht tapfere Anführer,
Deren Kräfte sich in großen Taten zeigen.
Höre die Worte des Beks von Ötüken,
Der seit jeher für die Weisheit seiner Rede berühmt war:

„Dem Volk ist ein würdiger Herrscher lieb,
Ein wahrhaftiger und weiser Regent ist ihm lieb –

Ein solcher, dessen Wissen und Verstand vortrefflich sind,
Der von großzügigem, weitem und gütigem Herzen ist“,

Dessen Willen in allem Tugend innewohnt,
Ein Streiter für Rechtmäßigkeit, Rat und Wahrheit!“

Und der tapfere Bek ist das Haupt des Volkes,
Und sein Geschlecht ist berühmt – in ihm lebt die Tapferkeit.

Mit Sachkenntnis muss man ein Amt führen,
Und es tatkräftig und klug mutig verbessern.

Mit Wissen muss man das Volk umsorgen,
Denn ohne Wissen wird auch der Verstand nichts begreifen.

Der Bek muss rechtschaffen und fürsorglich sein,
Sich um die Nachkommen kümmern und umsichtig sein.

Alle, die von Herzen feinfühlig sind, sind stets vorsichtig:
Ein vorsichtiges Herz führt zu gerechten Taten.

Doch wenn dem Bek Wahrhaftigkeit fehlt,
Bringt er seinen Untertanen in zahllosen Angelegenheiten Schaden.

Und – ein wahres Wunder der Schönheit ist ein vorsichtiger Bek:
Er hält die Regierung mit sicherer Hand im Zaum.

Um Schwierigkeiten zu lösen, bedarf es Verstand,
Und für herrscherliche Entscheidungen braucht man Wissen.

Auch die Angelegenheiten zu regieren, ist das Los der Bedachtsamen;
Halte die Unvernünftigen fern von den Geschäften.

Und wisse: Ein Hartherziger gleicht einem Blinden,
Und wenn das Herz fehlt, ist auch der Verstand unnütz!

Lausche dem Ausspruch des Herrschers der Herrscher,
Er war beherrscht, erfahren und von großem Herzen:

„Nur den, der zur Vernunftseine Weisheit in sich aufgenommen“
Nenn ihn einen Mann, ohne mit Lob zu sparen.
Wer durch Vernunft, Weisheit und Bildung glänzt,
und schlecht ist – doch gut, klein ist – doch nicht unbedeutend!“

Groß ist der Segen, den Menschen durch Verstand erfahren,
Fürchte dich nicht, den Verstand mit Lob zu ehren.

Das Übel liegt in Leichtsinn und vorschnellem Handeln,
Doch Eile bringt Schande über den Bek.

Eile, Torheit und der schnelle Zorn der Hochmütigen –
All dies sind die Merkmale Unwissender und Narren.

Unreife Feuchtigkeit macht die Hast verderblich:
Rohe Speise bringt Krankheiten!

Zieh Bedächtigkeit und Weisheit in allen Dingen vor,
Eile nur, ein Gebet darzubringen.

Unter einem wachsamen Bek ist die Herrschaft stark:
Die Zügel sind angelegt, die Feinde haben ihre Hälse gebeugt.

Wo der Bek ein verlässliches Gesetz fest verankert,
Dort erlebt das Land eine Zeit des Segens.

Diese beiden Grundlagen der Herrschaft sind ihr Schmuck:
Wo diese Güter bestehen, dort ist die Herrschaft erhaben.

Hört, was der tapfere Krieger sprach,
Durch dessen weisen Willen der Feind besiegt wurde:

„O Beks! Ihr liebt den Eifer des Elik –
So sei auch euer Eifer groß.

Durch den Eifer der Beks wird die Herrschaft stärker,
Durch ihre Trägheit ist ihr der Untergang bestimmt!“

Sei wachsam – zügle die Feinde und halte sie in Schach,
Stärke das Gesetz – und du wirst Frieden finden.

Zwei Dinge bedrohen die Macht des Beks,
Sie haben seinen Weg seit jeher gekrümmt.

Und diese beiden Übel sind Sorglosigkeit und Unterdrückung,
Durch beides verdirbt der Bek das Volk.

Willst du den Feind zuverlässiger bezwingen,
So sei mit Auge und Ohr stets vorsichtig.

Der eifrige Bek zerschmettert die Feinde,
Ein sorgloser kann niemals ein Bek sein.

Die Blindheit der Sorglosigkeit ist ein Fangnetz:
Wo es Sorglose gibt, wird es keine Siege geben!

Wo Wachsamkeit herrscht, dort ist der Feindkann nicht einmal herankommen,
Und wenn er sich nähert, wird der Bek Verstand zeigen.

Doch Gewalt und Unterdrückung halten keine Herrschaft,
Das Volk duldet nicht die Gewalt der Mächtigen.

Höre, was die weise Rede verkündet:
„Das Volk wird nicht ewig von der Gewalt bezwungen!“

Und wenn unter Löwen ein Hund herrscht,
Werden die Löwen das Wesen eines Hundes haben!“

Ein Bek muss gütig und demütig im Herzen sein,
Demütig im Herzen und maßvoll in seinen Taten.

Wo die Beks großzügig sind, ist ihr Ruhm beständig,
Und wo der Ruhm beständig ist, ist das Land uneinnehmbar.

Zu dem das Heer unablässig strömt,
Und mit einem tapferen Heer ist alles in der Welt erreichbar.

Höre, was ein Mann über sein Heer sagte:
„Erbeute Beute – spare nicht mit Belohnungen!“

Ernähre und belohne, ohne an Auszeichnungen zu sparen,
Sind die Gaben erschöpft, eile wieder auf Beute aus.

Beim tüchtigen Mann schwindet der Schatz nicht,
Wie bei den Vögeln der Vorrat an Körnern nicht schwindet.

Solange der Mann Waffen trägt, ist er mutig und stark,
Warum sollte er Zeiten ohne Beute fürchten?“

Der Herrscher der ganzen Welt wird Reichtümer erlangen:
Wo ein Heer ist, wird der Krieger Reichtümer erlangen!

Ein Land zu regieren heißt, das Heer zu hegen,
Für das Heer ein zuverlässiges Einkommen zu sammeln.

Einkünfte gedeihen bei allgemeinem Wohlstand,
Und die Menschen sind reich bei fester Ordnung!

Fällt eine Stütze, werden alle Stützen fallen,
Fallen vier, zerbricht die Herrschaft.

Noch fünf Dinge sind dem Herrscher verboten,
Ohne sie sind sein Name und sein Ruhm allumfassend.

Erstens: Übereilung, zweitens: Eigennutz,
Drittens: Jähzorn – halte dich fern von ihnen!

Das vierte Übel ist hartnäckige Sturheit,
Und fünftens: Maßlose Lüge ist zutiefst schändlich!

Auch die Beks müssen diese Übel meiden,
Dann Nichts bedroht ihre Hoheit.

Der Bek sei strahlend, die Schwärze sei dunkel,
Und Weiß sei von Schwarz der Verwandtschaft beraubt.

Willst du ein würdiger Herrscher sein –
Sei tapfer, o Mann von großer Ehre!

Doch ist der Bek so dunkel wie die Todsünde selbst,
Dann ist er unter den Lasterhaften der lasterhafteste.

Der Bek soll angenehm und wunderbar wohlgestaltet sein,
Und von mittlerer Größe – wie schön ist das!

Wer angenehm anzusehen ist, wird von allen geliebt,
Und alle werden sich ohne Ausnahme an ihm erfreuen.

Möge er die Feinde umso kühner und härter zerschmettern,
Die Augen des Betrachters mit seinem Glanz blendend!

Ist die Gestalt allzu groß, ist das nicht gut,
Und bei geringer Größe findet man erst recht keine Schönheit.

Ist es hingegen so, dann ist mittlere Größe am besten:
Wer von mittlerer Größe ist, besitzt eine vortreffliche Gestalt.

Höre, was der erfahrene Mann gesagt hat,
Der erfahrene Mann, der die Mühen des Lebens erkannt hat:

„Wer klein und unscheinbar ist, der ist stets gereizt,
Und Zorn führte seit jeher zu Streit.“

Alles soll mittleres Maß haben – Statur und Größe,
Alles maßvoll, o Weiser, so lautet das Gesetz!“

Der Bek soll Wein und Ausschweifung meiden:
Diese beiden Übel bedeuten den sicheren Verlust des Glücks.

Wo die herrschenden Beks dem Süßen verfallen,
Dort ist es bitter für das Volk – die Tage des Volkes sind nicht süß.

Und wenn es den Herrscher zu Spielen zieht,
Wird er alle zugrunde richten und selbst zum Bettler werden.

Versäumst du die Gelegenheit – dann hilft auch alle Kraft nichts;
Einen aufgestiegenen Vogel kannst du nicht mehr einholen.

Höre, was der gelehrte Mann über den Schlechten gesagt hat,
Als er den Narren wegen seiner Gewohnheit des Trinkens tadelte:

Auch diese Worte wird ein solches Gedicht bestätigen;
Sieh, welcher Sinn in diesen Worten verborgen liegt:

„Auf welchem Pfad die Herrscher schreiten,
Auf demselben geht auch das untertänige Volk.
und wenn der Herrscher auf dem guten Weg ist,
Ist auch der Weg der Untertanen gut und nicht schlecht!“

Und noch dies: Überheblichkeit und Hochmut sind jämmerlich,
Wer hochmütig ist, ist vom rechten Weg abgekommen.

Alle Beks, die das Glück emporgehoben hatte,
Sorgten sich ohne Hochmut um das Wohl des Volkes.

Höre, was ein weiser Mann gesagt hat,
Ein würdiger und allwissender Mann:

„Alle Beks, die den prahlerischen Hochmut liebten,
Lernten bis heute, mein Sohn, Verachtung kennen!“

Bei den Bescheidenen ist alles in Ordnung, doch durch Prahlerei und Hochmut
Kann niemand zum Himmel emporsteigen.

Wo Überheblichkeit und Hochmut herrschen, dort ist das Herz wie Eis,
Doch Bescheidenheit verleiht dem Herzen Größe.

Ein Bek muss bescheiden und von offenem Herzen sein,
Verfehlungen verzeihen und keinen Groll kennen.

Wer von Herzen mitfühlend ist, bleibt treu,
Und wer treu ist, erweist sich im Dienst als vorbildlich.

Der Herrscher des Volkes braucht Eifer,
Und aufrichtige, liebevolle Zuwendung zu den Menschen.

Durch Eifer und Güte kann man Ruhm erlangen,
Und die begehrte Beute in seine Netze treiben.

Wer keinen Eifer kennt, gleicht einem Toten,
In beiden Welten wird er keine Belohnung erlangen.

Eifer ist zum Wohl der Herrschaft notwendig,
Und die Herrschaft braucht die Macht des Befehls.

Der Feind ist untätig, solange das Schwert wirkt,
Doch wenn das Schwert in der Scheide steckt, lässt sich der Frieden nicht bewahren.

O Bek, ehre jene, die das Schwert führen.
Dann wird alles wohlgeordnet sein, und kein Unglück kann dir etwas anhaben!“
_________________________________

Ogdyudmisch sagte: „O ruhmreicher Herrscher!“
Schwer lastet die Bürde staatlicher Sorgen.

Und ein Volk zu regieren ist keine leichte Aufgabe,
Für Sorgen und Mühen gibt es kein Ende.

Der Freuden sind wenige, die Nöte grausam,
Des Lobes wirst du nicht gewahr, großzügig nur Vorwürfe.

Wohin man auch blickt – überall droht Gefahr.
Und auf Freuden hofft man – doch leider sind sie rar!

Feinde – in Scharen, Verbündete – nur wenige,
Hartnäckige – viele, Zustimmende nur wenige.

Ehrlose, Unaufrichtige überall – ohne Zahl,
Und dass die Menschen ehrlos sind – erneut eine Plage.

Wohin man auch schaut – die Gefahr ist zur Stelle,
Und wo Gefahr herrscht, steht es um die Sache schlecht!

Höre, was der Mann von höchster Weisheit sprach.
Ein weises Wort ist wie eine glänzende Perle:

„Selbst wenn ein Herrscher den Kopf eines ganzen Hauses hätte,
Glauben ihm jene nicht, die festen Verstandes sind.“

„Die Sorgen des Herrschers sind über alle Maßen,
Und tausend Ränke begleiten ihn ohne Unterlass!“

Mit solcher Sorge herrscht ein solcher Bek:
Wer Seligkeit genoss – antworte mit dem eigenen Kopf!

Du sorgst dich um das Leben, das jetzige wie das künftige –
So lieg du dort und widme dich ihm mit größtem Eifer:

Sei Gott mit Herz und Wort wahrhaftig,
Bete und bestätige Gottes Willen in deinen Taten.

Was immer Gott gebietet – sei zur Demut bereit:
Der Dienst ist die Pflicht der treuen Sklaven.

Die Frage des Elik an Ogdulmisch

„Ja“, sprach der Elik, „deine Antwort ist gerecht,
Du hast alles erzählt und nichts vergessen.

Doch eines möchte ich noch verstehen,
Und beantworte meine Frage offen.“

Sag: Wenn die Tugenden des Beks groß sind,
Wie muss dann ein Wesir an der Seite des Herrschers sein?

Denn gewiss muss er die Staatskasse mehren,
Um das Volk, die Städte und das Land zu umsorgen,

Die Gesetze zu wahren und über alles zu wachen,
Und das Heer mit guter Fürsorge zu ermutigen,

Damit die Menschen leben, ohne Böses zu erfahren,
Und der gute Ruhm des Herrschers wachse?“
 

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Was ist der wahre Schmuck des Menschen, der seinen eigentlichen Wert vervollständigt? Bhagawan beantwortet diese Frage liebevoll und erinnert uns daran, was im Leben wirklich wertvoll ist.

Lotusblumen sind der Schmuck der Seen. Häuser und Gebäude sind der Schmuck von Dörfern und Städten. Die Wellen des Ozeans sind sein Schmuck. Der Mond schmückt den Himmel. Der Charakter ist der wahre Schmuck des Menschen. Der Verlust dieses Schmuckes ist die Quelle all seines Leidens und Unglücks. Der Mensch erkennt den Zweck nicht, für den er von Gott erschaffen wurde. Gottes Schöpfung ist mit zahlreichen Wahrheiten, Geheimnissen und Idealen ausgestattet. Doch der Mensch hat diese Ideale vergessen. Er ist nicht in der Lage, die Bedeutung seines Erbes zu würdigen. Von allen Kräften der Welt ist die menschliche Kraft die größte. Tatsächlich ist es der Mensch, der den Wert aller Kostbarkeiten der Welt bemisst. Wer bewertet einen Diamanten oder, wenn man so will, Gold? Wer bewertet die Erde? Ist es nicht der Mensch? Der Mensch misst allem in dieser Welt Wert bei, ist aber nicht fähig, seinen eigenen Wert zu erkennen. Wie sollte er dann den Wert des Göttlichen begreifen können? Zunächst muss der Mensch den Wert des menschlichen Lebens erkennen. Erst dann kann er das Göttliche begreifen. — Göttliche Ansprache, 1. Januar 2000

Nur Tugenden verleihen dem menschlichen Leben Wert, und Eigenschaften wie Mitgefühl, Geduld und Opferbereitschaft machen es kostbar.
— BABA
 

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„Oh Mutter, Mutter, Mutter!
Es ist unmöglich, in Worte zu fassen, wie sehr ich Dich liebe.
Meine Stimme mag schweigen,
doch mein Herz schreit nach Dir –
bei jedem Schlag, bei jedem Atemzug, bei jedem Gedanken.
Du verbirgst Dich,
doch ich weiß, dass Du nahe bist.
Wenn ich die Augen schließe –
spüre ich Deinen Atem auf meiner Wange.
Verlass mich nicht.
Ich bin ein Kind, verloren im Wald der Welt,
und nur Deine Stimme kann mich nach Hause führen.
Ich bitte nicht um Wunder.
Ich bitte nur:
Möge Deine Liebe
mich bis zum Rand erfüllen.
Wenn mein Herz müde wird,
möge Deine Liebe mein Atem sein.
Wenn ich Dich vergessen sollte –
vergiss mich nicht.“
Paramahansa Yogananda „Das Flüstern der Ewigkeit“

Gebet um die Begegnung mit einem Lebenspartner (täglich, mindestens sechs Monate lang wiederholen)
„Göttlicher Vater, segne mich, damit ich gemäß Deinem Gesetz der vollkommenen Seelenverbindung einen Lebenspartner auswähle.“
Paramahansa Yogananda „Spirituelle Beziehungen“
 

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GEBURT UND TOD IN DEN HÄNDEN GOTTES

Die Geburt ist das Ergebnis des Karmas (des Wunsches, des Verlangens); der Tod ist das Ergebnis von Kala (der Zeit, der Zeitspanne). Der Gott der Wünsche, Kama, wurde von Shiva zu Asche verbrannt. Der Gott der Zeit ist Kala oder Yama. Shiva hat ihn sich unterworfen. Deshalb sollte sich jeder Shiva (Gott) hingeben, um den furchterregenden Folgen des Wirkens dieser beiden schicksalhaften Kräfte zu entgehen. Wenn ihr auf dem Weg von den Wünschen zum Tod Zuflucht bei Rama findet, können euch die Strenge von Kama und Kala vielleicht nicht berühren. Rama ist Atma, und Atma kennt kein Kama (Verlangen) und ist unverwundbar gegenüber Kala (der Zeit).

Die Natur, sowohl die äußere als auch die innere, wird von der allmächtigen Atma – der universellen Seele, Paramatma – gelenkt. Wenn ihr daher die Gnade Paramatmas erlangt, wird die Natur zu eurem willigen Werkzeug. Der Körper ist Natur; der Lebensatem ist Paramatma. Lebewesen sind Bilder, die sich auf einer Leinwand bewegen; die Leinwand, unberührt von den Emotionen, den lodernden Flammen oder dem tosenden Strom, die auf ihr aufflackern, ist Paramatma. Weltliche Menschen werden von den Bildern fasziniert sein, die ihnen dank der Illusion als reale Ereignisse erscheinen; die Weisen werden ihre Aufmerksamkeit auf die Leinwand richten – rein, weiß und glatt. Wenn man der Milch ein wenig Wasser hinzufügt, nimmt es die Eigenschaften der Milch an. Ebenso ist es mit der Natur – es scheint uns, als könne sie Stabilität, Freude und Frieden schenken, doch in Wirklichkeit sind dies Eigenschaften des Urgrunds – Paramatma. So wie Wasser keine Eigenschaften der Milch besitzt, besitzt auch die Natur Diese Eigenschaften gehören keineswegs dazu. Der legendäre Hamsa (Schwan) besaß die Fähigkeit, Milch vom Wasser zu trennen und nur die Milch zu trinken. Ebenso ist der Paramahamsa (eine verwirklichte Persönlichkeit, die die Wahrheit erkannt hat) fähig, Illusion von Wirklichkeit zu unterscheiden und Glückseligkeit zu erfahren, die ausschließlich aus der Wahrheit hervorgeht. Ramakrishna war ein Paramahamsa; er wusste, wie man die Milch (die Wahrheit) vom Wasser (der Nicht-Wahrheit) trennt, das ihr beigemischt wurde! Als er an Kehlkopfkrebs litt und keine Nahrung schlucken konnte, beschworen ihn seine Schüler, sich mit einem Gebet um Heilung an Mutter Kali zu wenden; sie spürten, dass Kali auf das Flehen unbedingt antworten würde, wenn nur Ramakrishna selbst darum bäte. Doch Ramakrishna weigerte sich, Gott um eine solche Gnade zu bitten. Er konnte nicht zulassen, dass seine Aufmerksamkeit durch einen derart unbedeutenden Wunsch abgelenkt wurde. „Warum beten? Wenn es Ihr Wille ist, wird es geschehen; wenn nicht, dann ist auch das Ihr Wille“ – so lautete seine Antwort.

Sai Baba
(Prashanti Nilayam, 8.10.1967)
 

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SANDEHA NIVARINI – ZERSTREUTE ZWEIFEL
Kapitel 1

Bhakta: Was ist, wenn der Guru ein Mantra gibt, obwohl wir es nicht verdient haben?

Swami: Ein solcher Guru ist kein Guru. Die Folgen seines Fehlers werden nicht auf dich, sondern nur auf ihn zurückfallen.

Bhakta: Wenn ein Schüler die dem Guru gegebenen Versprechen erfüllt, kann er dann das Ziel erreichen, unabhängig davon, wie der Guru sein mag?

Swami: Natürlich – welche Zweifel könnte es geben? Kennst du nicht die Geschichte von Ekalavya? Obwohl Dronacharya ihn nicht als Schüler annahm, stellte Ekalavya ein Bildnis von ihm auf und verehrte es, als wäre es Dronacharya selbst. Indem er ihn als solchen betrachtete, übte er inzwischen das Bogenschießen und erlangte vollkommene Meisterschaft darin. Als der Guru, von Ungerechtigkeit verblendet, dann den Daumen seiner rechten Hand verlangte, stimmte der Schüler freudig zu. Nahm Ekalavya den Groll über das Unrecht, das ihm der Guru zugefügt hatte, zu Herzen?

Bhakta: Welchen Nutzen hatte dieses Opfer? Seine gesamte Ausbildung wurde dadurch vergeblich – weiter nichts. Was nützt ihm nun sein Können?

Swami: Obwohl Ekalavya sein Können nicht mehr nutzen konnte, wird er den Charakter, den er durch seine Beharrlichkeit entwickelt hatte, niemals verlieren. Ist der Ruhm, den er durch sein Opfer erlangte, nicht Belohnung genug?

Bhakta: Nun, Geschehenes ist geschehen. Künftig werde ich standhaft sein und versuchen, den Namen nicht aufzugeben. Bitte gib mir eine Upadesha!

Swami: Du ähnelst jetzt jenem Mann, der, nachdem er sich eine die ganze Nacht dauernde Aufführung des Ramayana angesehen hatte, fragte: bei Tagesanbruch, wie Rama Sita gegenübersteht! Ich habe dir doch erklärt, dass Guru und Upadesha zu dir kommen werden, wenn du dafür bereit bist. Es wird von selbst geschehen. Du brauchst nicht darum zu bitten! Genau genommen sollte ein Schüler nicht selbst um Upadesha bitten. Er kann nicht wissen, ob er dafür reif ist. Der Guru beobachtet ihn und wartet auf den richtigen Augenblick; er selbst wird ihn segnen und helfen. Upadesha sollte man nicht mehr als einmal erhalten. Es muss etwas Einmaliges sein. Wenn du eine Upadesha ablehnst und jedes Mal eine andere annimmst, sobald du etwas Ähnliches erfährst, wirst du einer verheirateten Frau gleichen, die vom Weg abgekommen ist.

Bhakta: Bedeutet das, dass dies nun mein Schicksal ist? Gibt es keinen Weg zu meiner Rettung?

Swami: Bereue die begangenen Fehler, aber meditiere weiter über den Namen, den du erhalten hast. Für Namasmarana kann man im Gegensatz zu Japa so viele Namen verwenden, wie man möchte. Bei Dhyana hingegen muss man den einen einzigen Namen verwenden, der mit der Upadesha gegeben wurde. Denke daran, ändere den heiligen Namen nicht, sondern verwandle dich durch beharrliche, zielgerichtete Anstrengungen und Handlungen.

Bhakta: Swami! Heute ist wahrlich ein großer Tag! Dank deiner Unterweisungen sind alle Zweifel verschwunden. Wie du gesagt hast, hat die Upadesha Zweifel hervorgerufen, deine Sandesha hat sie zerstreut. Mit deiner Erlaubnis kehre ich nun nach Hause zurück, und wenn ich wiederkomme, werde ich die Zweifel mitbringen, die du erneut zerstreuen und mir stattdessen Frieden und Freude schenken wirst. Wenn du einverstanden bist, komme ich nächsten Monat.

Swami: Sehr gut. Genau das habe ichIch möchte, dass ein Mensch wie du seine Zweifel überwindet und ein wahres Verständnis des Sinns des Lebens erlangt; nimm die Sandeshu mit aufrichtigem Glauben und Standhaftigkeit an und verweile stets in der Erinnerung an den Namen des Herrn. Wann immer und womit auch immer du zu mir kommst, werde ich dich lehren, wie du Kummer, Zweifel und Sorgen loswerden kannst. Lass niemals zu, dass das Leid die Oberhand über dich gewinnt, denn mit innerem Schmerz wirst du niemals irgendeine Sadhana ausführen können. In diesem Fall wird die von dir ausgeführte Sadhana einer über Asche vergossenen Rosenwasserlösung gleichen. Sehr gut, nun geh und komm wieder.

Bhagavan Sri Sathya Sai Baba
 

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ALLES SOLLTE MIT FREUDE GETAN WERDEN

Wenn man dem Leben nicht einen Tropfen Endorphin hinzufügt, verwandelt es sich in ein Fass voller Teer. Doch derselbe Tropfen Freude wird das Leben mit Honig füllen!

„FREUDE ist die wahre Natur des Atman (des göttlichen ‚Selbst‘). Ihr seid aus der Freude gekommen, verweilt in der Freude und werdet euch letztlich wieder mit der Freude vereinen. Bemüht euch daher, stets freudig zu sein. Erlaubt es kleinen Unannehmlichkeiten nicht, euch dieser göttlichen Natur zu berauben. Ein freudiger Mensch strahlt positive Energie aus, die sich wohltuend auf seine Mitmenschen und sogar auf die Umwelt auswirkt. Traurigkeit und Niedergeschlagenheit verengen das Herz, während Freude es erweitert und es fähig macht, Gott aufzunehmen. Wahre Spiritualität bedeutet nicht ernste Gesichter und Askese, sondern einen Zustand anhaltender innerer Freude, die von äußeren Umständen unabhängig ist. Kultiviert diese innere Freude durch Liebe, Dienst und die Erinnerung an Gott.“

„Sathya Sai Vahini“
 

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WUNDERBARE GESCHICHTEN ÜBER SAI ~ DIE VERGEBUNG EINES BANDITEN UND DIE ANTWORT AUF DIE GEBETE EINES SADHAKA

Bhagavan gab Seinen abendlichen Darshan, bei dem zwei Menschen nebeneinandersaßen: Einer von ihnen war der bewaffnete Chambal-Bandit, der andere ein praktizierender Sadhaka. Als Bhagavan sich ihnen näherte, stand der Bandit auf und übergab Baba einen Brief. Baba warf ihn, nachdem Er den Umschlag kaum angesehen hatte, dem Sadhaka zu. Ebenso nahm Baba den Brief des Sadhaka und warf ihn dem Banditen zu.

Sobald Baba den Interviewraum betreten hatte, verlangte der Bandit, dass der Sadhaka ihm den Brief aushändigte. Der Sadhaka weigerte sich und erklärte: „Das ist Bhagavan Babas Prasad für mich.“ Zwischen ihnen entbrannte ein Kampf, und es kam zu Unruhe. Die Menge griff ein und überzeugte den Banditen, den Kampf zu beenden. Einer von Babas älteren Verehrern nahm beide Umschläge und öffnete sie. Im Umschlag des Banditen (der ursprünglich dem Sadhaka gehört hatte) lag nicht der Brief selbst, sondern 500 Rupien. Im Umschlag des Sadhaka (der ursprünglich dem Banditen gehört hatte) befand sich ein Blatt Papier, auf dem er seinen Brief geschrieben hatte, doch das Blatt war leer, und alle Fragen waren ausgelöscht.

Am nächsten Tag saßen sie wieder in derselben Darshan-Reihe. Baba kam zu ihnen und sagte:

Baba sagte zum Banditen: „Du hattest Vertrauen in Mich. Auf diesem Blatt Papier hattest du all deine Sünden beschrieben und gesagt, dass all deine Sünden vergeben würden, wenn Ich den Brief annähme. Der Brief, den du Mir gegeben hattest, kam leer zu dir zurück. Das bedeutet, dass Ich dir deine Sünden vergeben habe. So wie der Brief leer war, beginne dein Leben mitein unbeschriebenes Blatt ".

Baba sagte zum Sadhaka: "Du warst sieben Tage lang bei Meinen Darshans. Hier ist dir das Geld ausgegangen. In deinem Brief hast du um etwas Geld gebeten, um nach Hause zurückzukehren. Was Ich dir gegeben habe, reicht aus, um nach Hause zurückzukehren und unterwegs etwas zu essen. "

Beide fielen Baba zu Füßen und kehrten nach Hause zurück, wobei sie Baba fest in ihrem Geist verankert hatten.
 

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Als du Mir „Ja“ gesagt hast …

Swami: „Als du Mir „Ja“ gesagt hast, hast du auf das Recht verzichtet, wie alle anderen zu sein. Deshalb ziehst du Erfahrungen an, die dich von allem reinigen werden, was deinem wahren Wesen nicht entspricht. Immer wieder, immer wieder, bis Ich dich dazu bringe zu erkennen, dass die Vergangenheit nicht mehr funktioniert. Ich fordere dich heraus und versuche dich jeden Tag mit deiner Vergangenheit, damit du erkennst, dass die Vergangenheit die größte Täuschung ist. Als du Mir „Ja“ gesagt hast, hast du Mir deinen Körper, deine Gedanken und deine Handlungen übergeben. Wenn sie nicht deinem neuen Ich entsprechen, ist das Unbehagen unerträglich. So wird es jedes Mal sein, und wenn du dies vollständig erkennst, dann und nur dann wirst du dich vollständig von deinen Wünschen lösen. Denn nur so lernt der Mensch. Sehr selten lernt er durch leise Erinnerungen. Die Wünsche und Fallen des Menschen sind dazu geschaffen, damit Ich Meine Arbeit tun kann. Wenn du dich vollständig hingibst, werden die Versuchungen verschwinden. Ich werde dich niemals aufgeben. Jeder Fehler wird … Immer schwerer und schwerer zu ertragen und immer schwerer zu heilen sein. Du wirst deiner eigenen Dummheit überdrüssig werden, weil Ich dich liebe und du, obwohl du dir dessen nicht vollständig bewusst warst, „Ja“ gesagt hast.

Sri Sathya Sai Baba

Samastha Loka Sukhino Bhavantu.
 

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Es gibt viele Möglichkeiten, die menschliche Natur zu verwandeln. Eine Möglichkeit besteht darin, das göttliche, alles erleuchtende Licht des Höchsten in das System einzubringen und dabei das eigene Gefäß – die Empfänglichkeit – zu erweitern. Bevor die menschliche Natur verwandelt ist, ist sie voller Dunkelheit. Die Dunkelheit kann nur dadurch entfernt werden, dass man Licht hineinbringt, und durch nichts anderes. Wir müssen bewusst und beständig Licht von oben hineinbringen und dann unsere Empfänglichkeit erweitern. Je mehr wir unsere Empfänglichkeit erweitern, desto mehr Licht können wir in uns halten.

Sri Chinmoy
 

1965

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Ausbildung in der Akademie
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„Ein Mensch wird nicht durch Bildung als solche weise, sondern nur durch seine eigene innere Arbeit, das heißt durch sein eigenes Nachdenken, Erleben und Nacherleben dessen, was er von anderen Menschen oder aus Büchern erfährt.“ N. A. Rubakin
 

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Morgendliches Gespräch
BOTSCHAFT DER LIEBE

Vor dem Erscheinen jedes Avatars treten auch seine Helfer bei der Erfüllung der Mission auf, mit der Er in die Welt kommt – dies sind Mayashakti (die Kraft der Illusion) und Yogashakti (die Kraft des Yoga). Maya kommt als ältere Schwester, um die Bösen „anzustacheln“; Yoga kommt als älterer Bruder, um Begeisterung zu wecken und den Zusammenhalt der „Dreieinigkeit“ zu gewährleisten. In Krishnas Zeit trieb Maya Kamsa immer tiefer in den Abgrund des Lasters – damit sein Untergang umso schrecklicher und „lehrreicher“ war. Doch jetzt, im Kali Yuga, erwartet böse Menschen unter dem Einfluss von Liebe und Mitgefühl Besserung und Verwandlung. Aus diesem Grund kam der Avatar unbewaffnet. Er brachte die Botschaft der Liebe mit sich. Die einzige Waffe, die niedrige und lasterhafte Menschen retten kann, ist der Name Gottes, der mit Liebe ausgesprochen wird.

Sai Baba, am Tag von Krishna Janmashtami
(Prashanti Nilayam, 28.7.67)
 

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Wie sollten wir den Geist schulen, damit er sich an edle Gedanken und Praktiken bindet? Bhagawan erklärt uns dies heute liebevoll anhand anschaulicher Beispiele!

Der Geist leidet unter einer falschen Vorstellung von Werten und neigt dazu, das abzulehnen, was ihm guttut. Ein Kind muss lernen, feste, zähe Nahrung zu schätzen, die es anfangs nicht mag. Ebenso muss der Geist geschult werden, sich die unermessliche, grenzenlose, überwältigende Erhabenheit vorzustellen, die Zeit, Raum und Kausalität zugrunde liegt. Zunächst muss er Geschmack am persönlichen Gott entwickeln und danach am unpersönlichen Gott, der ohne Namen und Form ist. Alle Namen und Formen werden dem unpersönlichen Gott vom Geist zugeschrieben. Bhajan, Dhyana, Namasmarana, Nagarasankirtan – all dies sind Stufen dieser Schulung. Die durch die Verschmelzung mit dem Göttlichen erlangte Glückseligkeit ist deren Vollendung. Ein Kranker muss den Hustensaft selbst schlucken, solange er krank ist, ganz gleich, wie bitter die Medizin auch sein mag! Ein Mensch, der an Unwissenheit erkrankt ist und deshalb unter Egoismus und Unzufriedenheit leidet, muss die Medizin der Japa-Dhyana (der Wiederholung des Namens und der Meditation) einnehmen. Die Krankheit übermäßiger Anhaftung an weltliche Objekte kann nur durch die Medizin der Anhaftung an Gott geheilt werden, die durch Japa und Dhyana entwickelt wird.
Göttlicher Diskurs, 22. November 1970
 

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Beim nächsten morgendlichen Darshan gelangte ich in die zweite Reihe und hielt hinter mir einen Platz für meinen Freund frei. Normalerweise ist das nicht erlaubt, und der für die Ordnung zuständige Sevadar versuchte, dies zu verhindern, doch ich setzte mich auf behutsame Weise trotzdem dafür ein, den Platz freizuhalten. „M“ kam eine halbe Stunde vor dem Darshan, als bereits die ersten zehn Reihen besetzt waren, aber als er mich sah, gelangte er glücklicherweise zu mir in die dritte Reihe. Während des Darshans blieb Swami, als Er an uns vorbeiging, stehen und machte drei Handbewegungen in unsere Richtung, wobei Er „M“ und mich ansah. Darüber freute ich mich sehr, denn jeder Blick oder jedes Zeichen der Aufmerksamkeit von Swami ist für uns alle sehr bewegend und angenehm. Nach dem Darshan, als wir den Tempel verlassen hatten, nahm mich mein Freund beiseite und begann aufgeregt zu erzählen, dass er in dieser Nacht von Swami geträumt und lange mit Ihm gesprochen hatte. Dieser Traum war ganz ungewöhnlich: Alles war deutlich zu sehen, und er erinnerte sich an alles, als wäre es wirklich geschehen. „M“ war aufgewühlt und verwirrt; er verstand nicht, ob dies ein gewöhnlicher Traum war, der durch etwas Gelesenes angeregt worden war, oder ob es etwas anderes, ihm Unverständliches, gewesen war.

Im Folgenden gebe ich seinen Bericht über den Dialog wieder, den er mit Swami geführt hatte. Swami saß am Rednerpult in dem Hörsaal, in dem „M“ gewöhnlich Vorträge für die Zuhörer hielt, während er selbst ihm gegenüber an einem Tisch als Zuhörer saß.

Swami sagte: „Du wolltest ein Interview – ich werde es dir jetzt geben. Du hast doch diese Form des Unterrichts geliebt, eine Doppelstunde (2 x 45 Min.) ohne Pause: Hier ist deine Doppelstunde – frag.“

„M“: „In den Religionen ist alles unverständlich, sie “teilen“.

Swami: „Alle Religionen wurden für die Zeit verfasst, in der die Menschen primitiv waren, und deshalb wurden sie in der Sprache und mit den Begriffen jener Entwicklungsstufe dargelegt. Blinder Glaube und Wunder waren notwendig. Moses führte die Juden aus Ägypten und zeigte Wunder. Jede Zeit brauchte ihre eigene Form. Man baute Tempel, aber der Tempel sollte in der Seele sein. Du wolltest keine Bücher über Mich lesen, aber du hast doch Mathematik gelernt: zuerst 2×2, dann ging es weiter, danach kam Physik. Vom Einfachen zum Komplexen, doch alles Wissen mündet in das höchste Wissen – und das ist Gott. Allmählich wirst du vom Intellekt zur Spiritualität übergehen; der Intellekt wird für das Leben in der Welt benötigt.

Du hast angefangen zu lesen, um einem Freund eine Freude zu machen. Dein Freund ist ein Führer; er hat dich hergebracht und dies uneigennützig getan. Mach dir keine Sorgen um das Materielle, du hast doch einen guten Intellekt; stell dir vor, dass das Leben eines Menschen im kosmischen Maßstab der Zeit nur den hundertsten Teil einer Sekunde dauert – welchen Unterschied macht es für dich, ob du in einem Palast oder in einer Hütte lebst.“

„M“: „Woher soll ich die Kraft nehmen?“

Swami: „Wenn geistige Kräfte vorhanden sind, sind körperliche nicht so wichtig. Ihr wollt ans Meer fahren, um zu baden (Anm. der Redaktion: Beide Freunde beschlossen, dies zu tun), also fahrt; sonst wirst du es bereuen, wenn du bleibst. Man muss alles aufrichtig tun, nichts sollte man mit Gewalt tun. Ihr habt einen guten Intellekt, und ihr müsst nicht unbedingt lange hier bleiben. Entscheide selbst.“

„M“: „Wie soll ich jetzt leben? Vielleicht sollte ich Mönch werden oder einen Verhaltensalgorithmus entwickeln?“

Swami: „Wenn man einem Hungrigen Brot gibtWenn man es in den Mund bekommt, wird er nicht lernen, selbst sein Brot zu verdienen. Man kann keinen genauen Algorithmus für das ganze Leben aufstellen. Deshalb wird euch im Leben eine Wahl gegeben. Ich stelle Prüfungen und schaue, welche Wahl ihr trefft; je nach eurer Wahl werdet ihr bestehen oder durchfallen. Wenn es keine Wahl gäbe, wärt ihr Sklaven, und Sklaven brauche Ich nicht. Du selbst musst zum spirituellen Weg finden, alles hängt von dir ab. Für alles, was du gibst, darfst du keine Dankbarkeit erwarten“.

„M“: „Welche konkreten Schritte muss ich unternehmen, um zur Spiritualität zu gelangen?“

Swami: „Nehmen wir zum Beispiel Wasser – es ist das Wesentliche. Man kann es in ein Gefäß gießen, man kann es dir im Restaurant in einem Kristallglas bringen oder in einen goldenen Kelch gießen. Aber besser ist es, zur Quelle, zur Quelle im Wald, zu gehen und daraus zu trinken. Und die Quelle liegt in deiner Seele. Sie ist vergessen; du musst selbst mit Gott verkehren. Was sollst du tun? Du musst dich nach und nach moralisch zum Besseren verändern. Du hast schlechte Gewohnheiten. Beginne damit, sie abzulegen. Du bist bereits besser geworden; eine Gewohnheit hast du schon abgelegt: Du bist weniger stolz geworden. Stolz macht dich blind. Alkohol trocknet das Gehirn aus, und das ist das Schlimmste, ein Hindernis auf dem Weg zu Gott. Rauchen trocknet den Körper aus. Das hindert dich an deiner Entwicklung.“

„M“: „Und was kommt danach?“

Swami: „Handle nach dem Kriterium der Wahrhaftigkeit. Man kann eitrige Wunden wie Mutter Teresa waschen; man kann Menschen helfen, aber wenn du stolz darauf bist, ist alles vergeblich. Wenn du möchtest, bringe den Menschen Wissen über Mich, aber sei dabei kein Dozent. Nichts darf man unehrlich tun, man darf nicht faul zu sein. Deine Frau ist spiritueller, sie ist mitfühlender. Ihr habt noch die Möglichkeit, zu Mir zu kommen; eure Lebenswege sind noch nicht zu Ende.“

„M“: „Irgendwie kann ich es nicht glauben – ist das ein Traum oder kein Traum? Wir warten hier mit der Gruppe auf das Interview.“

Swami: „Je klüger ein Mensch ist, desto weniger Glauben hat er. Es gibt keine Wunder auf der Welt – es gibt nur einen Wissensstand. Damit du glaubst, werde Ich dir morgen früh beim Darshan dreimal so mit der Hand zuwinken“ (und Swami zeigte, wie das aussehen würde). „So, dein Doppeltermin ist abgelaufen.“

Am nächsten Tag bestätigte Swami während des morgendlichen Darshans, wie ich oben geschrieben habe, dass es kein Traum gewesen war, indem Er dreimal mit der Hand winkte. Swami betonte wiederholt, dass niemand ohne Seinen Willen Ihn im Traum sehen kann. Wahrlich, man muss staunen, dass Swami für jeden Menschen individuelle Wege findet, ihm beim spirituellen Wachstum zu helfen – abhängig von seinem Intellekt und dem Stand seiner Spiritualität im jeweiligen Moment – und dass Er durch ein solch erstaunliches Interview mit meinem Freund wie immer Seine Liebe zu ihm zum Ausdruck brachte.

OM SAI RAM

Alexander, Sankt Petersburg, Dezember 1996
Artikel aus der Zeitschrift „Göttliche Liebe“, Sankt Petersburg
 

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Ein Auszug aus dem Buch von Georgi Iwanowitsch Gurdjieff „Begegnungen mit bemerkenswerten Menschen“, in dem der Autor eine besondere Art der Kommunikation zwischen seinem Vater und seinem ersten Lehrer, dem Vorsteher Borsh, beschreibt.

„Diese Art – sie wurde mir etwas später klarer, als ich ihren Sinn begriff – war ein originelles Mittel zur Entwicklung des Verstandes und zur Selbstvervollkommnung.
...
Einer von ihnen stellte dem anderen unerwartet irgendeine Frage, die unbedingt unangebracht sein musste, während der andere verpflichtet war, ohne zu stocken, ruhig und ernst eine logische, passende Antwort darauf zu geben.
Zum Beispiel fragte mein künftiger Lehrer eines Abends, als ich mich bei meinem Vater in der Werkstatt aufhielt und er unerwartet zu uns hereinkam: „Wo ist Gott jetzt?“
„Gott?“, antwortete mein Vater ganz ernst. „Er ist jetzt in Sary-Kamysch.“ (Eine bewaldete Gegend mit ungewöhnlich hohen Kiefern.)
Nachdem er diese Antwort erhalten hatte, fragte der Vorsteher: „Und was tut Gott dort?“
Mein Vater antwortete, dass Gott dort Leitern für sich anfertige, an deren Spitze er das Glück befestige, damit die Menschen – einzeln und ganze Völker – hinaufsteigen und es erreichen könnten.
Sowohl die Fragen als auch die Antworten klangen sehr ernst, ohne den geringsten Anflug eines Lächelns, als ginge es um den Preis von Tomaten: Einer fragte, wie die Aussichten auf die Ernte seien, und der andere antwortete, dass die Aussichten nicht glänzend seien. Erst viel später begriff ich, welcher tiefe Sinn sich hinter diesen Fragen und Antworten verbarg.
Oft führten sie Gespräche in diesem Geist, sodass ein Fremder, der sie zufällig belauscht hätte, den Eindruck bekommen hätte, zwei alte Männer seien längst übergeschnappt und hätten des Verstandes und nur durch einen Fehler der Irrenanstalt entgangen sind."
 
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